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Der Dealerbutton und Spielablauf im Texas Holdem

Wenn Sie das erste Mal eine Hold’em-Partie beobachten, haben Sie vielleicht das Gefühlt, Sie seien der Einzige, der nichts versteht. Aber keine Panik. Hold’em ist leicht zu verstehen. Nicht so offensichtlich ist, wie viel Geld Sie mit an den Tisch nehmen sollten und welche Benimmregeln es dort gibt. Ich behandle das alles in diesem Artikel.

Der Spielablauf
Wie in jeder Form von Poker werden die Karten im Uhrzeigersinn vom Dealer verteilt. Für die Spieler folgt dann die erste Wettrunde. Wer ausgestiegen ist, hat keinen Anspruch mehr auf den Pot und wird in dieser spezifischen Partie bei den folgenden Wettrunden übersprungen.

Der Dealerbutton
Wenn Sie bisher Poker am Küchentisch gespielt haben, kennen Sie vielleicht die Sitte, dass das Austeilen der Karten nach jeder Partie vom nächsten Spieler im Uhrzeigersinn erledigt wird. In einem professionellen Kartenclub werden die Karten von einem Angestellten des Hauses ausgeteilt. Er nimmt selbst nicht am Spiel teil. Der Angestellte (auch als Dealer, Kartengeber oder Croupier bezeichnet) agiert nur als eine Art Kartenverteiler und Geldeinsammler, der hin und wieder einen Witz reißt. Das Haus hat keinerlei finanzielles Interesse am Ergebnis des Spiels, sondern verdient Geld durch die Taxe (Rake). Es handelt sich dabei um einen kleinen Prozentsatz des Betrags in jedem Pot (siehe auch den Kasten Die heimtückische Taxe im Anschluss). Die Karten werden durch den Geber immer von einer virtuellen Stelle aus verteilt, die durch eine weiße, runde Plastikscheibe mit der Inschrift Dealer markiert wird. Sämtliche Aktionen beginnen in einer Partie immer direkt von der Position links von diesem so genannten Dealerbutton und setzt sich im Uhrzeigersinn fort. Weil der Dealerbutton sich nach jedem Spiel um eine Partie weiterbewegt, kommen alle Spieler im Laufe der Zeit immer wieder in die gleiche Position relativ zum Button (im ersten Artikel beschreibe ich, warum das so wichtig ist).

Die heimtückische Taxe
Spielbanken, Casinos und Kartenclubs haben kein persönliches Interesse am Spiel – sie stellen nur Karten, Tisch, Chips und standardisierte Regeln zusammen mit dem Dealerservice zur Verfügung. Sie ziehen allerdings aus jedem Pot einen Betrag ab, der als Taxe (Rake) bezeichnet wird. Die Taxe bewegt sich zwischen fünf und zehn Prozent eines jeden Pots und hat meist eine festgelegte Obergrenze. So wird im Pot-Limit-Hold’em-Spiel in der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz (Blinds 5 €/10 €, Minimum-Buy-in 150 €) aus jedem Pot über 100 € eine Taxe von 5 € abgezogen. Oberflächlich betrachtet wirkt die Taxe nicht sehr bedrohlich. Der Verlierer sieht sein Geld eh’ verschwinden und es ist ihm vermutlich egal, in welche Richtung es geht. Und wenn einem Gewinner ein Pot in Höhe von 195 € (statt 200 €) zugeschoben wird, freut er sich trotzdem und gibt noch Trinkgeld für den Croupier. Das Problem ist aber, dass die Taxe ständig am Gesamtspiel kapital eines Tisches nagt. Wenn zehn Spieler mit jeweils 300 € an einem Tisch sitzen, an dem 30 Spiele pro Stunde stattfinden (wenn der Dealer schnell ist) und wo aus jedem Pot 5 € als Taxe verschwinden, so sind das pro Stunde 150 €.

Das entspricht dem halben Spielkapital eines Teilnehmers. Hochgerechnet wäre nach 20 Stunden das komplette Spielkapital aller Teilnehmer im Rakeschlitz verschwunden, wenn kein frisches Geld nachfließen würde. Man kann es auch anders betrachten: Stellen Sie sich vor, Sie werfen mit jemandem eine Münze. Jedes Mal, wenn er gewinnt, zahlen Sie ihm einen Euro, aber jedes Mal, wenn Sie gewinnen, bekommen Sie nur 95 Cent. Genau das Gleiche passiert, wenn ein Pokertisch taxiert wird. Der Taxe entgeht man nur, wenn man in Heimrunden spielt, wo es sie nicht gibt. Ansonsten ist das Spielkapital einer ständigen Erosion unterworfen.