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Auf dem Flop richtig setzen – im Texas Holdem

Nun, da Sie eine Idee haben, in welche Kategorie Ihr Flop fällt, wenden wir uns den Details des Einsetzens zu. Anders als bei den Holecards, wo durch die Blinds eine Aktion erzwungen wird, ist es auf und nach dem Flop möglich, dass bis zum Ende durchgecheckt wird. Es kommt jetzt darauf an, wie die anderen den Flop spielen und welche Position Sie dazu einnehmen. Bei Hold’em setzen Sie vor und auf dem Flop in festgesetzten Beträgen. Der Betrag verdoppelt sich anschließend auf dem Turn und dem River. Deswegen ist es manchmal günstig, jetzt zu setzen, anstatt später teurere Einsätze bringen zu müssen. Andererseits kann man auch nicht setzen, um keine gute Hand zu repräsentieren – um später eine Chance auf mehr Geld zu haben.

Den Tisch zum Setzen einschätzen
Die Grundregel jeglichen wirtschaftlichen Handelns – und besonders des Pokerspiels – ist, Gewinne zu maximieren und Verluste zu minimieren. Dieser Maxime sollte Ihre ständige Aufmerksamkeit bei allen Wettentscheidungen gelten (und zwar viel mehr als den schönen – äh – Haaren des Cocktailgirls). Es hilft, wenn Sie sich selbst ein paar Fragen stellen. Keine Angst, zunächst scheint es, als müssten Sie auf eine Menge Dinge achten, aber nachdem Sie einige Spielpraxis erlangt haben, werden sie zur zweiten Natur.

Wie viele aktive Spieler möchten Sie?
Mit einem starken Blatt wollen Sie natürlich so viele Spieler wie möglich in der Hand behalten. Der Einsatz verdoppelt sich in der nächsten Runde, jeder, der jetzt im Spiel bleibt, muss dann entscheiden, ob er doppelt zahlen will. Das ist klasse, wenn man vorn liegt, und nervt enorm, wenn das Gegenteil zutrifft. Wenn Sie jetzt einige Zaungäste zum Aussteigen bringen, werden Sie deren Geld in der nächsten Wettrunde definitiv nicht bekommen. Wenn Ihr Blatt aber durch Zukäufe der anderen geschlagen werden könnte, müssen Sie aktiv werden und setzen, damit Spieler aussteigen – oder zumindest zahlen, um weitere Karten zu sehen.

Wer ist noch dabei und Wie Verhalten sich die Spieler?
Wenn Sie einen Monstergegner haben, der immer erhöht und immer bis zum Schluss mitgeht, sollten Sie nicht anspielen, wenn es an Vertrauen in Ihr Blatt fehlt. Sie wissen, der Typ wird erhöhen, und es ist nicht erforderlich, eine Extrawette herauszuquetschen. Wenn Sie wissen, dass ein Spieler nach dem Flop nur mit bestmöglichen Karten spielt, dann los und setzen Sie. Wenn er aussteigt, ist die Sache erledigt. Wenn er mitgeht, wissen Sie, Ihr Blatt muss sich am Turn noch deutlich verbessern oder Sie sind besiegt. Trotzdem war Ihr Einsatz gut, denn Sie haben jetzt, für den Preis des unteren Limits, Informationen über den Gegner bekommen. Im nächsten Artikel finden Sie mehr Informationen, wie Sie die Spieler am Tisch und deren Handlungen besser verstehen.

Anspielen
Wenn vor dem Flop erhöht und wieder erhöht wurde, besonders wenn das nach Ihnen passierte, sollten Sie besser schieben, anstatt den Leuten hinter Ihnen Möglichkeiten zu einer erneuten Erhöhung zu geben – egal was mit Ihrem Blatt auf dem Flop passiert ist. In neun von zehn Fällen ist der Erhöher auf irgendeinem Adrenalinrausch, weil er ein nettes Paar gefunden hat. Er wird sowieso bei jeder Gelegenheit erhöhen. Indem Sie schieben, ersparen Sie sich eine Erhöhung, und selbst wenn Sie erhöhen wollen, wird ein Checkraise hier nahezu todsicher funktionieren.

Angenommen, an Ihrem Tisch sitzen nicht irgendwelche super-aggressiven Maniacs und der Flop passt zu Ihren Karten, dann sollten Sie auch setzen. Wenn Sie Startkarten entsprechend meiner Empfehlungen spielen (und das sollten Sie zumindest, bis Sie sich wirklich an Hold’em gewöhnt haben), werden Sie die große Mehrheit Ihrer Startkarten ablegen. Sie werden so oft aussteigen, dass, wenn Sie ein Blatt spielen, auch ein entsprechender Profit erwirtschaftet werden muss.
Allgemein brauchen Sie ein besseres Blatt zum Mitgehen als zum Anspielen. Wenn Sie anspielen, bekommen Sie also indirekt (wenngleich unvollständige) Informationen über die anderen Blätter. Außerdem übernehmen Sie für dieses Spiel die Kontrolle am Tisch, was auch seinen Wert hat. Wenn Ihr Einsatz erhöht wird, beachten Sie sowohl den Gegner (ist er die Art Person, für die es typisch ist, so zu handeln) und überprüfen Sie nochmals den Flop (haben Sie etwas übersehen?).

Ansätze zu Straights und Flushes sind die offensichtlichen Bedrohungen, die sich schleichend entwickeln können. Auch mit versteckten Drillingen können Sie festgenagelt werden. Jemand (häufig in später Position) ist mit einem kleineren Paar eingestiegen und hat den Flop getroffen. Wenn Sie vier Karten zum Flush oder zur Straße haben, ist Schieben aus mathematischer Sicht die beste Aktion, denn die Chancen stehen dagegen, dass Sie den Straight oder Flush machen werden (mehr zur Mathematik beim Poker im nächsten Artikel2). Wenn Sie allerdings ziemlich sicher sind, andere durch Anspielen zum Aussteigen zu bringen, dann sollten Sie setzen.

Wenn Sie als Letzter agieren müssen und vor Ihnen alle gecheckt haben, sollten Sie anspielen, wenn der Flop in irgendeiner Form passt. Damit signalisieren Sie den anderen, dass Sie tatsächlich etwas auf der Hand haben – an besonders zurückhaltenden Tischen gewinnen Sie damit vielleicht sofort. Aus hinterer Position sollten Sie nur mit einem wirklichen Bombenblatt schieben (um in der nächsten Wettrunde doppelt kassieren zu können) oder wenn der Flop überhaupt nicht passt.