Home » Pokerstrategien » Poker lernen » Sit’n’Go die mittlere Phase richtig spielen – Internet Pokerstrategien

Sit’n’Go die mittlere Phase richtig spielen – Internet Pokerstrategien

Wenn die Blinds gestiegen sind und bereits der eine oder andere Spieler den Tisch verlassen musste, wird es Zeit, auf eine etwas aggressivere Spielweise umzusteigen.
Vergessen Sie nicht, dass die Blinds auch weiterhin steigen werden und plötzlich beläuft sich Ihr Stack nicht mehr auf 10 BB sondern nur noch auf sechs. Und soweit sollten Sie es wenn möglich gar nicht erst kommen lassen. Denn bedenken Sie: Über je weniger Chips Sie verfügen, desto weniger Angst können Sie Ihren Gegnern mit einem eventuellen Raise bzw. All-In noch machen. Verfügen Sie z. B. nur noch über drei BB, entspricht Ihr All-In einem Standardraise in dreifacher BB Höhe. Und Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Sie damit die Blinds vertreiben können, die womöglich noch über einen größeren Stack verfügen. Bevor es also soweit kommt, sollten Sie sich vielleicht auf das eine oder andere Glücksspiel einlassen. Natürlich kommen in dieser Phase die Coinflips zum Tragen. Sie können sich es nun nicht mehr leisten, mit AKs gegen ein mögliches All-In zu folden. Selbst wenn der Gegner ein Pocketpaar hat, besitzen Sie noch Immer zwei Overcards und somit eine Wahrscheinlichkeit von knapp 50%, eine der beiden hohen Karten zu paaren.

Sie können sich es jetzt einfach nicht mehr erlauben, nur noch mit den Premium- paaren All-In zu stellen. Dafür werden Sie diese Blätter einfach zu selten erhalten. Und genau davon müssen Sie auch bei Ihren Gegnern ausgehen. Angenommen an Ihrem Tisch befinden sich nur noch sechs Spieler und nicht mehr acht wie am Anfang des Turniers. Also immerhin zwei weniger, die unter Umständen über eine starke Hand verfügen. Ebenso wird bei höheren Blinds nicht mehr so bereitwillig gecallt wie in der Anfangsphase. Bei einem BB von 30 kann man sich doch einfach mal ein paar Flops anschauen – vielleicht trifft man ja was. Wenn ein Gegner raist, ist der Verlust dieser 30 Chips noch zu verkraften. Ist der BB aber bereits auf 300 geklettert, kann jeder Call teuer werden. Sei es, es folgt Pre-Flop ein Raise nach Ihnen und Sie können dieses nicht mitgehen oder aber Sie verfehlen den Flop komplett und ein Gegner zeigt Stärke.

Und genau diesen Umstand sollten Sie nutzen, um auch mal mit schwächeren bzw. ausbaufähigen Blättern einen Steal zu starten. Hierbei sollten Sie jedoch Immer ein Auge auf die Mitspieler sowie deren Stacks werfen. Sie können nicht davon ausgehen, einen LAG mit einem Raise aus dem Pot zu vertreiben, der bereits gesetzt hat oder sich im BB befindet. Ebenso problematisch wird es bei dem Bigstack, der Sie mit jeder beliebigen Hand callen und in der Folge vom Tisch nehmen könnte. Schließlich wären da auch noch die Smallstacks, die nicht mehr viel Zeit haben. Sollten Sie noch nicht zu dieser Kategorie gehören und kommt nach Ihnen ein Smallstack, der sich womöglich noch in den Blinds befindet, sollten Sie ebenfalls ein mögliches All-In berücksichtigen. Der Smallstack ist sich unter Umständen darüber im Klaren, dass er nicht mehr lange überleben wird. Da er mit seinen Chips niemandem mehr Angst einjagen kann, wartet er darauf, dass ein größerer Stack raist oder All-In pusht. Dies jagt den Mitspielern schon etwas mehr Respekt ein, da sie davon ausgehen müssen, im Falle einer Niederlage einen großen Teil ihres Stacks zu verlieren. Tut dies hingegen der Smallstack, könnte man diese Überlegung durchaus anstellen. So callt der Smallstack also Ihr mögliches Raise bzw. All-In mit einer beliebigen Hand und Sie haben nicht wirklich das erreicht, was Sie eigentlich vorhatten – nämlich den Pot sofort zu gewinnen. Stattdessen müssen Sie mit anschauen, wie der Smallstack mit 79o Two Pair trifft und Ihre Chips in seine Richtung geschoben werden.

Was nicht nur bedeutet, dass Sie weniger Chips haben, sondern auch, dass der Smallstack von eben nun wieder ein kleines Polster hat. Aus diesen Gründen wäre ein Angriff am besten, wenn Sie als erster in den Pot einsteigen und sich hinter Ihnen nur noch passive Spieler mit mittleren Stacks befinden. Diese mittleren Stacks sind noch nicht zwingend auf einen Move angewiesen und eine mögliche Niederlage könnte sie empfindlich treffen. Erst recht wenn Sie noch über genügend Chips verfügen. Diese Ratschläge gelten in erster Linie für einen Steal. Wie bereits erwähnt, sollten Sie in der mittleren Phase die Starthände, mit denen Sie spielen möchten, ein wenig nach unten verlagern. Wo Sie zu Beginn des Spiels A9 aus erster Position noch gefoldet haben, könnte dieses Blatt jetzt durchaus angespielt werden.

Ebenso sieht es mit kleineren suited Assen aus. Sie brauchen jetzt auf jeden Fall keine Angst mehr davor zu haben, dass Ihr Raise von vier Gegnern gecallt wird. Wenn Sie gecallt werden, hat Ihr Gegenüber größtenteils auch was auf der Hand. Außer es handelt sich dabei um eine Person, die ihren BB nie jemand anderem kampflos überlässt oder generell alles callt. Doch das müssten Sie zu diesem Zeitpunkt bereits in Erfahrung gebracht haben. Nutzen Sie jede Schwäche Ihrer Gegner aus. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kontrahent eine zögerliche bzw. eine niedrige Bet auf dem Flop setzt, raisen Sie. Sehen Sie diesen Versuch als Blockingbet an und gehen Sie drüber. In den meisten aller Fälle gewinnen Sie daraufhin den Pot. Sollte Ihr Gegner wirklich slow gespielt haben oder auf einem Draw sitzen, wiederholen Sie das Ganze auf dem Turn. Bei einem möglichen Slowplay ziehen Sie sich zurück. Hat der Gegner seinen Draw jedoch nicht komplettieren können oder liegen Overcards auf dem Board, wird er einen Rückzieher machen. Auch wenn Sie sich in einem von drei allen geschlagen geben müssen, haben Sie dennoch Plus gemacht, wenn Sie die anderen beiden Male mit dieser Strategie durchkommen. Schrauben Sie Ihre Ansprüche zurück Denken Sie stets daran, dass es nun schon um höhere Einsätze geht und die möglichen Gegner weniger werden. Das heißt, schwächere Blätter werden spielbare und mögliche Calls aufgrund der höheren Blinds seltener.