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Das Multitable-Turnier richtig spielen – Internet Pokerstrategien

Diese Variante lässt sich in etwa mit dem Sit’n’Go vergleichen. Mit dem Unter-schied, dass Sie gegen mehr Gegner antreten müssen und die Mitspieler am jeweiligen Tisch ständig wechseln. Sie können sich also nicht so gut auf Ihre Gegner einstellen wie beim Sit’n’Go. Also geht es darum, länger durchzuhalten und in der mittleren bzw. späten Phase mit noch höheren Blinds und gegebenenfalls Antes zu rechnen. Das macht das Ganze nicht leichter. Doch gibt es bei einem Turnier natürlich auch wesentlich mehr zu gewinnen, da viel mehr Leute eingezahlt haben. Auf der anderen Seite wird es wesentlich schwieriger sein, gegen mehrere Hundert Kontrahenten zu bestehen – beim Sit’n’Go sind es maximal acht oder neun Gegner, die geschlagen werden müssen. Einen ebenfalls nicht zu unterschätzenden Faktor spielt hier die Zeit. Bei einem Fullring-Sit’n’Go kommen Sie ungefähr mit einer Stunde aus. Bei einem Turnier mit mehreren hundert oder gar tausend Teilnehmern hingegen können schon mal sechs oder sieben Stunden vergehen, bis der Final Table steht. Das bedeutet, Sie sollten sich nie an ein MTT wagen, wenn Sie unter Zeitdruck stehen. Zudem sollten Sie bei solch einem Turnier auch ständig aufnahmefähig sein.

Lässt Ihre Konzentrationsfähigkeit rasch nach bzw. werden Sie schnell müde, sollten Sie sich eher für ein Sit’n’Go entscheiden. Wäre es doch fatal, wenn Sie es bei einem großen Turnier ziemlich weit schaffen und dann kurz vor dem Geld durch einen Fehler ausscheiden müssen, der auf Fahrlässigkeit bzw. Unaufmerksamkeit beruht.
Wie schon zuvor erwähnt können Sie bei einem MTT mit ein wenig Glück – Glück spielt bei einem Turnier eine größere Rolle als beim Sit’n’Go – aus einem relativ geringen Einsatz einen beachtlichen Gewinn herausschlagen. Der Preispool ist größtenteils von der Menge der Spieler abhängig. In der Regel kommen 10% der angemeldeten Personen ins Geld. Das heißt, bei 800 Teilnehmern gibt es für die ersten 80 einen Preis.

Außerdem gibt es häufig Freerolls, bei denen kein Einsatz geleistet werden muss. Sie können also ohne Buy-In einen Preis gewinnen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass bei solchen Freerolls zumindest in der Anfangsphase wesentlich aggressiver gespielt wird, da keiner der Spieler etwas zu verlieren hat und viele darauf hoffen, sich ziemlich früh zu verdoppeln – und das auf Teufel komm raus. Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Seite pokerfreeroll*de. Dort finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter und deren Freerollangebote.

Die Anfangsphase
Auch beim MTT können Sie es in den frühen Phasen (vielleicht die ersten drei Blindlevel) ruhig angehen lassen. Es ist einfach nicht nötig, sich bereits zu diesem Zeitpunkt auf ein Risiko einzulassen, nur um einen kleinen Pot zu gewinnen. Denn eine Weisheit sollten Sie im Gedächtnis behalten:

Kleine Hände sind für kleine Pötte, große Hände sind für große Pötte. Wenn alle Spieler vor Ihnen folden und Sie auf dem Button ein 9er Pärchen halten, wäre ein Raise durchaus berechtigt. Mit dieser Hand könnten Sie einen Blindsteal starten. Es kommen nur noch die Blinds nach Ihnen und mit den 9en haben Sie auch nach einem eventuellen Call noch eine relativ gute Chance, den Pot zu gewinnen. Sitzen Sie mit den 9en allerdings in früher Position, sieht die Sache schon ganz anders aus. Nach Ihnen kommen noch acht oder neun Leute, von denen Sie nicht wissen, was sie halten bzw. wie sie auf einen Move Ihrerseits reagieren. Wenn die Runde recht callfreudig ist, limpen Sie in den Pot und hoffen auf Ihr ‚.et, um damit einen großen Pot zu gewinnen. Kommen nach Ihnen aggressive Spieler, müssen Sie stets mit einem Raise rechnen – insbesondere vom Cut-Off bzw. dem Button aus. Limpen Sie in diesem Fall mit den 9en rein, müssen Sie sich von Vorneherein darüber im Klaren sein, ob Sie ein eventuelles Raise mit- gehen würden oder nicht. Wenn Sie sich nicht sicher sind, folden Sie das Blatt lieber. Aus der frühen Position heraus sollten Sie sich lediglich mit AA oder KK auf ein eventuelles All-In einlassen. Mit jedem anderen Blatt würde sich das Risiko nicht lohnen.

Die mittlere Phase
Im Gegensatz zum Sit’n’Go sehen Sie sich in der mittleren Phase noch wesentlich mehr Gegnern gegenüber, die es zu schlagen gilt. Das bedeutet, Sie sollten auf jeden Fall versuchen, Ihren Stack im Hinblick auf die sehr hohen Blinds im späteren Verlauf zu vergrößern. Geben Sie ein wenig von Ihrer Passivität auf, da dies die anderen Spieler ebenfalls tun werden, und gehen Sie etwas forscher .in. Schrauben Sie die Ansprüche an Ihre Starthände ein wenig herunter und nutzen Sie nun verstärkt die späten Positionen, um mit soliden Blättern einen Steal zu starten. Denken Sie stets daran, dass die Blinds nicht Halt machen und sich ständig erhöhen. Das heißt: Wenn Sie nur tatenlos zusehen, werden Sie nicht lange überleben. Jede Runde müssen die Blinds bezahlt werden, ob Sie nun spielen oder nicht. Wenn Sie merken, dass Sie keine Hände bekommen, sollten Sie durchaus auch mal mit J9o einen Move machen. Erstens ist das Blatt nicht so schlecht wie Sie vielleicht denken werden und zweitens müssen Sie davon ausgehen, dass Sie unter Umständen vergeblich auf ein Premiumpaar oder AKs warten können. Bevor Sie schließlich mit einer miserablen Hand All-In gehen müssen, sollten Sie dies lieber tun, wenn Sie ein solides Blatt ausgeteilt bekommen. Jetzt können Sie den Gegnern mit Ihrem All-In Move oder Ihrem hohen Raise noch Angst machen und die Blinds sofort einstreichen. Dies wird Ihnen später, mit einem kleinen Stack, nicht mehr möglich sein. Bevor Sie also die späte Phase erreichen, sollten Sie Ihren Stack zumindest im mittleren Bereich angesiedelt haben.

Die späte Phase
Hier erfolgt fast jede Runde ein All-In – besonders den Smallstacks bleibt nichts anderes mehr übrig. Wie gesagt beginnt die Push-or-Fold-Phase bereits ab einem Stack in Höhe des zehnfachen Big Blinds. Und genau um diese Phase zu überstehen, sollten Sie sich sehr genau überlegen, wessen All-In Sie callen, falls Sie über ausreichend Chips verfügen. Denn weiterhin müssen Runde für Runde die Blinds bezahlt werden. Selbst ein All-In mit AK gegen zwei mögliche Gegner kann sehr riskant sein. In der Regel verfügt in diesem Fall zumindest einer der Gegner über ein Ass, womit Ihnen ein Out fehlt. Ein zweiter Gegner wird ein Pocketpaar haben und aller Wahrscheinlichkeit nach vorne liegen. Dennoch möchte ich damit nicht sagen, dass Sie in der späten Phase mit AK nicht All-In gehen bzw. ein solches callen sollten. Sie sind darauf angewiesen, Ihren Stack zu vergrößern – auf welche Art auch immer. Und AK ist doch eine recht starke Hand, die nur leider erst noch treffen muss. Und wie in den meisten Fällen ist es auch mit solch einem Blatt besser, gegen möglichst wenig Gegner antreten zu müssen.

Rebuy- und Add-On-Turniere
Eine mögliche Unterart des MTT ist das Rebuy- bzw. Add-On-Turnier. In diesem speziellen Fall können die Spieler bis zu einer bestimmten Blindstufe beliebig oft nachkaufen (Rebuy) bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt (etwa nach dem Ende der dritten Blindstufe) einen bestimmten Stack einmalig nachkaufen (Add-On). Für diese Stacks muss dann entsprechend bezahlt werden. Der Unterschied zum normalen MTT liegt auf der Hand: Durch die Möglichkeit eines nochmaligen Einkaufs kann mehr gegambelt werden. Und genau das tun die Spieler auch. Sie versuchen, ihre Stacks möglichst rasch zu verdoppeln und zu verdreifachen, solange sie sich wieder einkaufen können. Sollten sie mit ihrem möglichen frühen All-In scheitern, müssen sie das Turnier dann ja nicht zwangsläufig verlassen. Entweder hat man Glück und kann seinen Chips tack vergrößern oder aber man kauft sich einfach Chips nach und versucht sein Glück erneut.

Sind Sie kein Freund des Gambelns, sollten Sie sich von dieser Turnierart fern-halten. Das einzig Gute hierbei ist, dass sich durch die Option des Nachkaufens der Preispool ständig vergrößert und die Sieger somit am Ende auch eine höhere Summe gewinnen können. Es kann ja durchaus sein, dass Sie ohne Nachkauf auskommen, sich nur das Add-On sichern und am Ende von den vielen Rebuys profitieren, da diese den Preispool enorm haben ansteigen lassen. Dennoch sollten Sie sich im Klaren sein, dass bis zum Stop der Rebuys bzw. des Add-On vielmehr auf Risiko gespielt wird.

Knock-Out-Turniere
Eine weitere Variante des MTT liegt im Knock-Out-Prinzip. Hierbei bekommen Sie für jeden Spieler, den Sie vom Tisch nehmen, eine Summe X ausbezahlt. Diese Summen werden natürlich vom Preispool abgezogen. Das bedeutet, dass Sie auf den vorderen Plätzen nicht mehr so viel gewinnen können wie bei einem Turnier ohne diese Option. Dennoch besteht so die Möglichkeit, durch die Herausnahme einiger Gegner zumindest das Startgeld wieder einzuspielen. Hier wird ein wenig anders gespielt bzw. das Hauptaugenmerk nicht unbedingt auf den Turniergewinn gelegt. Viele Spieler möchten so viele Gegner wie möglich aus dem Turnier werfen, um auf diesem Weg Ihr Geld zu verdienen. Es wird also viel häufiger die Möglichkeit wahrgenommen, ein eventuelles All-In – insbesondere eines Smallstacks – zu callen bzw. All-In zu setzen als bei einem normalen Turnier. Mit etwas Glück gewinnen Sie den Showdown und haben ••Ich dadurch schon wieder eine kleine Summe gesichert.
Sie werden sich wundern, wie Loose bei solchen Turnieren gespielt wird, gerade ln den Anfangsphasen und bei niedrigen Buy-Ins. Wie auch bei Rebuy-Turnieren hoffen manche Spieler darauf, mit ihren niedrigen suited Connectors gegen drei mögliche Gegner zu bestehen und diese vom Tisch zu nehmen. Das bedeutet, dass auch bei dieser Variante ein eher aggressives Spiel bevorzugt wird.