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Poker ist doch kein Glücksspiel – detailliertere Information und Beweise

Kein Glücksspiel? 52 Spielkarten werden gemischt, dem Zufallsprinzip entsprechend verteilt – und wer die beste Kombination erhält, ist der Sieger! Hängt der Gewinn somit nicht vom Zufall ab? Was sollte entscheidend sein, wenn nicht das Glück?

Obwohl so genanntes Glück auf jedes einzelne Spiel einen gewissen Einfluss ausübt, so hängt es, langfristig gesehen, ausschließlich vom Geschick des Spielers ab, ob er sich zu den Gewinnern zählen kann oder zu den Verlierern. Somit ist Poker kein Glücks-, sondern ein Geschicklichkeitsspiel!

Nicht zuletzt diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass sich dieses Spiel immer größerer Beliebtheit erfreut. Aus der Illegalität, lange in Hinterzimmer und private Räumlichkeiten verdrängt, befreit oder auf wenige Kasinos beschränkt, ist Poker einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Immer mehr Staaten und Länder erlauben private Pokerklubs ebenso wie Webseiten im Internet.

Somit möchte ich hier zu allem Anfang auch klarstellen, dass ein Text, der sich mit Berechnungen und Strategien von Poker auseinander setzt, in keiner Weise mit obskuren Roulettesystemen oder Ähnlichem verglichen werden kann. Von all den unzähligen Versuchen, die unternommen
worden sind, den Zufall im Roulette zu überlisten, vom Analysieren so genannter „empirischer Wahrscheinlichkeiten“ bis zu wirklich intelligenten Progressionen, allen voran die D’Alambert, ist mir persönlich nicht ein einziger Fall bekannt, dass es jemandem gelungen wäre, langfristig Gewinne für sich zu verbuchen. Die alte Geschichte vom Kesselfehler können wir außer Acht lassen, da, nachdem diese Möglichkeit bekannt geworden ist, alle Kasinos der Welt auch entsprechende Maßnahmen dagegengesetzt haben.

Ich gehe davon aus, dass Sie mit dem Pokerspiel grundsätzlich vertraut sind. Wenn nicht, so werden Sie in der Folge auch die Grundbegriffe in kurzer Form erklärt finden. Jedenfalls ist die Annahme, dass es ausschließlich vom Zufall abhängt, wer letztendlich die besten Karten hat und somit zum Gewinner wird, sehr verbreitet. Glücklicherweise ist dieser Glaube sogar unter regelmäßigen Spielern zu finden, die – logischerweise – ihr Spiel auch dementsprechend aufbauen. Glücklicherweise, sage ich deswegen, weil solche Spieler unsere Gewinne finanzieren!

Den Vorteil im Poker ausschließlich auf geschicktes Bluffen zu reduzieren ist auch falsch. Bluffs ergeben gelegentlich Sinn. Bluffs sind die Butter aufs Brot. Doch Spieler, die den Vorteil gegenüber anderen zu sehr in Bluffs vermuten, sich diesbezüglich sowohl aktiv als auch passiv zu sehr engagieren, werden sich letztendlich auch eher im Lager der ständigen Verlierer finden.
Wo liegt der Vorteil des guten, gewinnorientierten Pokerspielers?

Wir können davon ausgehen, dass Poker mit keinem anderen Spiel direkt zu vergleichen ist. Es gibt natürlich genügend andere Geschicklichkeitsspiele. Allen voran selbstverständlich Schach, ein Spiel, bei dem der Zufallsfaktor restlos ausgeschaltet ist, Backgammon, Bridge, Tarock – um nur einige zu nennen. Auch im Black Jack hat die Kenntnis des Spiels, zu wissen wann gekauft werden soll und wann nicht, wann zu teilen und wann zu verdoppeln, einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Erfolg. Vom aufwändigen Card-Counting abgesehen, ist dieser Einfluss jedoch niemals hoch genug, um den Hausvorteil von meist 0,7% zu überwinden.

Während bei fast allen Spielen der Einsatz vor Beginn des Spieles feststeht und später, wenn überhaupt, nur geringfügig verändert werden kann, ist es im Poker umgekehrt. Erst wenn Sie Ihre Karten in Händen halten, wenn das Spiel voll im Gang ist, erst dann entscheiden Sie, ob und wie hoch Sie setzen. Es sind die Höhe des Einsatzes und der Zeitpunkt des Einsatzes, die den größten Einfluss auf den Spielerfolg ausüben. Die Karten, auf die Sie Ihren Einsatz bringen, spielen dabei gewissermaßen nur eine untergeordnete Rolle. Poker ist kein Kartenspiel, das um Geld gespielt wird; es ist ein Geldspiel, das mit Karten ausgetragen wird! Diesem Umstand ist es wohl auch zuzuschreiben, dass nichts langweiliger sein kann, als Poker ohne Geld zu spielen!

Obgleich es beim Poker nicht ganz so einfach ist wie in den folgenden Beispielen, so möchte ich diese doch kurz anschneiden, um Ihnen die grundsätzliche Strategie eines gewinnorientierten Spiels zu veranschaulichen; Wir wissen, dass Roulette ein absolutes Glückspiel ist! Ein Spiel, bei dem Gewinn oder Verlust rein vom Zufall abhängen – wie es in Gesetzestexten so schön formuliert steht. Diese Behauptung ist aber nur teilweise richtig, und zwar insofern, als wir es ausschließlich vom Standpunkt des Spielers aus betrachten – und nicht vom Standpunkt des Betreibers, des Bankhalters! Für den Bankhalter hängt der Gewinn nämlich keinesfalls vom Zufall ab! Er kommt mit mathematischer Gewissheit! Zwar kann die Gewinnauszahlung in einem einzelnen Spiel – und das ist statistisch gesehen in knapp der Hälfte der Spiele auch der Fall – höher sein als die einkassierten Einsätze. Ein Roulettetisch kann ohne weiteres auch einen ganzen Abend mit Verlust abschließen, vielleicht sogar eine ganze Woche. Doch am Ende des Jahres, und hier können wir wieder den Begriff „mathematische Gewissheit“ anwenden, wird der berechnete Hausvorteil jegliche Verlustmöglichkeit restlos ausschließen.

Natürlich ist es offensichtlich, warum dem so ist! Die Zero eingeschlossen gibt es siebenunddreißig verschiedene Zahlen. Im Gewinnfall wird aber nur der fünfunddreißigfache Einsatz (+ 1 Einsatz = 36) ausbezahlt. Das heißt, würde auf jeder Zahl ein Jeton liegen, streift der Tisch 36 Jetons ein, gibt aber nur 35 davon an den Gewinner der gekommenen Zahl. Und nun träumen Sie den Wunschtraum des Roulettespielers: Stellen Sie sich vor, die Auszahlungsquoten der einzelnen Zahlen änderten sich wie die Buchmacherkurse beim Pferderennen. Die 0 zahlt 35 zu 1 (wie es der Normalfall ist), die 1 vielleicht nur 32 zu 1, die 2 gar nur 28 zu 1. Doch dann folgen Zahlen mit Quoten von 38, 39 oder gar 40 zu 1. Auf der Rennbahn hängen die unterschiedlichen Kurse natürlich von der Gewinnkapazität der einzelnen Pferde ab. In unserem Phantasieroulette jedoch wäre die Chance für jede Zahl trotzdem exakt die gleiche. Also, auf welche Zahl würden Sie spielen? Auf jede, deren Kurs über 36 zu 1 liegt – und mit mathematischer Gewissheit würden sie, vorausgesetzt, dass sie lange genug und konsequent spielten, als Sieger aus dem Spiel hervorgehen.

Verändern wir kurz die Spielregeln von Black Jack: Sie bringen Ihren ersten Einsatz, nachdem Sie die erste Karte erhalten haben. Was tun Sie in diesem Fall mit 4, 5 und 6? Schlicht, Sie passen! Und was mit 10 oder gar Ass? Sie setzen das Maximum! Warum? Weil es mathematisch berechenbar ist, dass Sie mit diesen Karten deutlich höhere Gewinn-chancen haben! Dann bekommt der Dealer seine Karte. Sagen wir, Sie halten selbst eine 9, und der Dealer kriegt eine Dame. Wieder haben Sie die Wahl, zu setzen, zu checken oder zu passen! Und langsam finden wir den Übergang zum Poker. Im Speziellen, zu Texas Hold’em. So wie Sie am Black-Jack-Tisch gute und schlechte Spieler finden, so finden Sie diese auch am Pokertisch! Während die schlechten Black- Jack-Spieler ihr Geld jedoch brav und genügsam dem Kasino abliefern, wandert der Verlust schlechter Pokerspieler in die Taschen der guten! Und zu denen möchten auch Sie zählen, andernfalls Sie kein Buch zu diesem Thema studieren würden!

Wie hoch der kalkulierte Vorteil beim Pokern sein kann, hängt natürlich von der Spielstärke der Beteiligten ab. Sitzen Sie am richtigen Tisch, haben Sie durchschnittliche und schlechte Spieler vor sich, so kann dieser Vorteil deutlich über die 10-%-Marke steigen. Natürlich, sind Sie selbst knapp überdurchschnittlich und alle Ihre Gegner sind Vollprofis, dann sind Sie es, der mit mathematischem Nachteil spielt. Doch haben Sie jederzeit die Freiheit, das Spiel abzubrechen, um einen besseren, einen Leichteren Tisch zu suchen!

Gewinnorientiertes Pokerspiel ist möglich, und die Zahl der Spieler, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, wird auf etwa 2 – 5% geschätzt. Doch sind Sie sich von Anfang an bewusst, Kinderspiel ist’s keines! Sie müssen mit dem Spiel selbst vertraut sein, sie müssen die Berechnungen im Kopf haben, Sie müssen Ihre Gegner einschätzen können, und Sie dürfen sich keine Schwächen erlauben! Immer wieder werden Sie Gegner vor sich haben, die Ihnen an Erfahrung um vieles überlegen sind. Sie werden Gegner haben, denen es immer und immer wieder gelingt, Sie zu täuschen und Sie in die Enge zu treiben. Glauben Sie mir, regelmäßig zu gewinnen ist nicht einfach! Doch glauben Sie mir auch – es ist möglich!

Der Ursprung des Pokerspiels soll in Persien zu finden sein. Vor Jahrhunderten soll es in Deutschland bekannt geworden sein und sich unter dem Namen „Pochen“ gewisser Beliebtheit erfreut haben. Weiter wurde es in Frankreich bekannt, „Poque“ genannt, und kam schließlich mit den Einwanderern nach Amerika. Die ursprüngliche Spielweise, ein Blatt zugeteilt zu bekommen und auf dieses Einsätze zu platzieren, soll sich dann zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges durch die Möglichkeit, Spielkarten auszutauschen, erweitert haben. Während des zwanzigsten Jahrhunderts sind schließlich die unterschiedlichsten Varianten entstanden. Neben dem klassischen 5-Card-Draw (die Wildwestvariante) tauchten 5-Card-Stud (Sie erinnern sich an Steve McQueen als Cincinnati Kid?), 7-Card-Stud (seit geraumer Zeit in europäischen Kasinos gespielt), Texas Omaha und schließlich Texas Hold’em auf.

Texas Hold’em, kurz Hold’em genannt (hold’em orfold’em?), hat sich während der letzten Jahre als die verbreitetste Variante durchgesetzt. Es ist das Hauptereignis der jährlich in Las Vegas ausgetragenen Weltmeisterschaft, Hauptbewerb der World Series of Poker! Vermutlich liegt die steigende Beliebtheit unter anderem daran, dass bei dieser Spielart der Zufallsfaktor wesentlich geringer ist als bei anderen, wie Sie im Laufe der weiteren Erklärungen feststellen werden.
Und nun noch ein guter Rat!

Es gibt ein Sprichwort: Was braucht man, um im Poker zu gewinnen?

Fünf Karten, Geld – und Jahre an Erfahrung!
Es mag sein, dass Sie mit Hold’em vertraut sind und dieses Poker-Portal lesen, um Ihre Spielweise zu verbessern. In diesem Fall verfügen Sie über Erfahrung und wissen, was Sie tun! Sollte dieses Spiel für Sie neu sein, dann beginnen Sie langsam und vorsichtig! Die Tische sind voll von schlechten Spielern! Lesen Sie erst unser Poker-Portal durch, bevor Sie richtiges Geld investieren! Doch auch dann spielen Sie mit limitiertem Einsatz auf den niedrigsten Tischen. Sammeln Sie Erfahrung!
Glauben Sie nicht, dass, wenn Sie auf $ 1/2-Tischen mehrere Male hintereinander verloren haben, Sie den Verlust rasch auf höheren Tischen aufholen können! Auf Tische mit gesteigerten Einsätzen begeben Sie sich mit gewonnenem Geld! Prägen Sie sich das für alle Zukunft ein! Der Anfang ist natürlich eigenes Geld, limitiert, beschränkt – ein Betrag, den sie schmerzlos auch verlieren können. Langsam, Woche für Woche, steigt Ihr Budget, ihre Bankrott. Dann erst wagen Sie sich an die nächste Stufe. Sollten Sie auf höheren Tischen verlieren, legen Sie nicht Ihr eigenes Geld nach. Gehen Sie zurück auf niedrige und verdienen Sie es am Pokertisch. Geduld ist die wichtigste Grundvoraussetzung, um langfristig gewinnen zu können!

Glauben Sie bitte auch nicht, nach wenigen Wochen Spielerfahrung als Profi agieren zu können und gut genug zu sein, um vom Pokerspiel Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Betrachten Sie es vorerst einmal als Hobby! Als Hobby, das – hoffentlich – zu gewissen Einnahmen führt und zu diesem angenehmen Gefühl, den Tisch als Sieger zu verlassen. Nachdem das Pokerspiel via Internet immer verbreiteter und auch in immer mehr Ländern legal wird, setzt sich der vorliegende Text natürlich auch damit auseinander. Die grundsätzliche Strategie ist am Kartentisch die gleiche wie am Computer. Auf die gegebenen Unterschiede werden wir näher eingehen. Allerdings, in einigen Ländern ist die Gesetzeslage zur Regelung des Spielens um Geld im Internet noch nicht eindeutig geklärt. Somit möchte ich hier in aller Deutlichkeit feststellen, dass es weder die Absicht des Autors noch des Verlegers oder des Vertreibers dieses Buches ist, den Leser zu ungesetzlichen Handlungen zu motivieren. Wir überlassen es dem Verantwortungsbewusstsein des Lesers, sich der gesetzlichen Lage in seinem Land bewusst zu sein und sich auch dementsprechend zu verhalten!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!