Home » Pokerstrategien » Pokerregeln » Der Flop ist der nächste wichtige Schritt, die Outs – Internet Poker Grundlagen

Der Flop ist der nächste wichtige Schritt, die Outs – Internet Poker Grundlagen

Während es für Ihre beiden Anfangskarten genau 1.326 verschiedene Kombinationen gibt – und die meisten davon für uns nicht günstig sind so sind es beim Flop, der aus drei Karten besteht, bereits 19.600. So wie die meisten Anfangskarten nicht unserem Wunsch entsprechen, so werden wir natürlich auch wesentlich öfter mit unpassenden Flops konfrontiert als mit solchen, die unseren Karten zur entscheidenden Verbesserung verhelfen. Sobald der Flop am Tisch liegt, haben wir ein Blatt von fünf Karten! Es kann bereits ein Gewinnblatt sein. Kann! In jedem Fall ist es nun offensichtlich, was aus unseren Bunkerkarten geworden ist. Haben wir ein Paar, vielleicht sogar zwei? Ist die Chance auf eine Straße oder ein Flush größer geworden? Wir groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das, was uns noch fehlt, am Turn oder River fällt?

Der Einsatz, der jetzt folgt, ist noch einmal ein kleiner, also auf Tischen $ 2/4, $ 2, wie nach den Anfangskarten. Sind unsere Karten bis zu diesem Zeitpunkt gut, so können wir hier, durch aggressives Spiel, andere aus dem Pot drängen – so wie unsere Gegner es mit uns tun können.
Haben wir starke Karten, etwa das höchste Paar am Tisch mit gutem Kicker, dann werden wir auch aus dem Grunde einsetzen, dass der Pot, auf den wir somit erhöhte Gewinnchancen erkennen, entsprechend anwächst. Wenn unser Blatt das vermutlich stärkste ist, dann kann der Gegner uns nur schlagen, wenn er in Folge die richtige Karte kaufen wird! Entweder ist ihm die Chance zu klein und er überlässt uns den Pot, oder er lässt sich auf das Risiko ein, doch dann soll er dafür bezahlen! Die Chance auf die richtige Karte ist natürlich fast immer kleiner als auf die Unzahl der falschen, der unpassenden!

Sofern wir selbst zwar noch nicht über ein Gewinnblatt verfügen, jedoch eine nennenswerte Chance sehen, die richtige Karte am Turn zu kaufen, so sehen wir die Höhe des Pots, und es Lässt sich abschätzen, ob ein Einsatz gerechtfertigt ist oder nicht.
Einfach ist es natürlich, wenn Sie A(♣) – J♥ im Bunker halten und folgende Flops am Tisch liegen (eine kleine Auswahl der günstigen):
1. A♠ – J♦ – 3♥
2. J♣ – J♠ – 2♣
3. K♣ – Q♣ – 10♣

Im ersten Fall haben Sie zwei Paare, 3♥ wäre nur dann gefährlich, wenn ein anderer Spieler 3-3 bereits in der Hand hält. Nachdem sich neben den bereits gefallenen beiden A und J nur mehr zwei im Restpaket befinden, ist die Wahrscheinlichkeit von A – A bzw. J – J, in der Hand eines Gegners, natürlich noch geringer als von 3-3. Vorläufig gibt es auch keine Flushgefahr. (Einen Flop, der sich aus drei verschiedenen Kartenfarben zusammensetzt, nennen wir „Regenbogenflop“.)

Noch günstiger ist der zweite Flop! Sie haben bereits einen Drilling. Zwar droht eine Flushgefahr in Treff, doch immerhin haben Sie das A♣ – für den Fall, dass zwei Treff folgen. Der dritte gezeigte Flop ist natürlich ein Wunschtraum. Sie halten eine Narrenstraße mit Möglichkeit zur Narrenflush. Abgesehen vom Royal Flush, das Sie aller Wahrscheinlichkeit nach aber gar nicht brauchen. So unwahrscheinlich es nämlich ist, dass unter den nächsten beiden Karten J♣ fällt, um vieles unwahrscheinlicher ist hier die Gefahr eines Straight Flush (mit J♣ und 9♣) in der Hand eines Gegners.

Alle drei Beispiele sind natürlich berechtigter Anlass zu einem Einsatz und, falls ein anderer Spieler erhöhen sollte, auch zu einer weiteren Erhöhung.

Nun nehmen wir einige ungünstige Beispiele:
1. K♠ – 9♠ – 8♠
2. Q♥ – Q♣ – 6♦
3. 7♦ – 8♦ – 9♣

Der erste Fall ist aus zwei Gründen schlecht: 1.) Sehr wahrscheinlich hat einer der Mitspieler einen König, und nur wenn ein Ass folgt, können Sie dieses Paar schlagen, und 2.) eine massive Flushgefahr. Auch wenn noch niemand zwei Pik hält, kann sehr leicht ein viertes fallen.

Im zweiten Fall droht die dritte Dame. Allerdings, nachdem zwei Damen bereits am Tisch liegen, im unbekannten Restpaket von 47 Karten nur zwei verbleiben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass kein Spieler eine Dame hält, größer.

Der dritte Fall bietet zwar, mit nachfolgender 10, die Möglichkeit zur Straße. Allerdings nur durch Bauchschuss. So nennen wir im Jargon einen in der Mitte offenen Straßeneingang, im Gegensatz zum beidseitig offenen. Durchaus möglich ist es aber, dass zumindest ein Spieler 10 oder 6 hält, was ihm einen beidseitig offenen Straßeneingang offeriert; und die Möglichkeit von J – 10 in einer Hand ist natürlich auch nicht auszuschließen.

Einen wichtigen Anhaltspunkt erkennen wir in der Einsatzfreudigkeit der Gegner! Auch wenn es
eine große Zahl lockerer, risiko- oder blufffreudiger Spieler gibt, so müssen wir erst einmal annehmen, dass der, der einen Einsatz bringt, dies nicht ohne Grund tut. Also fragen wir uns einerseits, was für ein Blatt der Gegner bereits haben könnte, und andererseits, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir die Karte kaufen, die wir zum vermutlichen Gewinnblatt brauchen.

Die Outs
Der Begriff Out kommt von Out Card, was man mit Auskarte frei übersetzen könnte. Outs sind die Karten, die wir brauchen, um das Blatt entsprechend zu verbessern. Wenn wir zurückgehen zu den ersten, günstigen Flopbeispielen, dann brauchen wir grundsätzlich überhaupt keine Karte, denn unser Blatt ist, aller Wahrscheinlichkeit nach, bereits das beste am Tisch. Widmen wir uns somit dem ersten Beispiel der zweiten Gruppe: K♠ – 9♠ – 8♠.

Zur Erinnerung: Unsere eigenen Karten sind: A♣ – J♥!

Was wir hier brauchen ist natürlich ein Ass. Aber nicht jedes, denn AA würde die Gefahr eines Flush dramatisch erhöhen. Somit bleiben nur zwei Asse verfügbar! Gäbe es eine andere Karte, die unser Blatt verbessern würde? Grundsätzlich nicht. Bestenfalls eine Kombination aus Q – 10 oder Q – 9, was uns eine Straße formieren würde. Doch die Möglichkeit, dass die Straße durch die Hintertür kommt, also mit Turn und River, ist so gering, dass wir ihr grundsätzlich kaum Wert beimessen (und auch hier wollen wir natürlich kein Pik). Also, es bleiben nur die beiden Asse, auf die wir hoffen können. Somit zählen wir: zwei Outs!

Nun kalkulieren wir folgendermaßen:
Ein Paket besteht aus 52 Karten. Insgesamt kennen wir fünf, also die beiden im eigenen Bunker und die drei Karten im Flop. Von den verbleibenden 47 ziehen wir die beiden Wunschkarten ab. Es bleiben 45. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Karte eine für uns positive sein wird, in diesem Fall bloß: 2 zu 45 oder 1 zu 22,5!

Üblicherweise kalkulieren wir hier im System der Buchmacherkurse. In diesem Fall 2 günstige Möglichkeiten gegenüber 45 ungünstigen! (Eine andere Ausdrucksvariante wäre: 2:47, was bedeutet, dass von den insgesamt 47 Möglichkeiten 2 positiv sind.) Den Umstand, dass nach dem Turn noch eine weitere Karte folgt, der River, lassen wir zu diesem Punkt grundsätzlich beiseite, denn schließlich folgt davor eine weitere Einsatzrunde, die neues Berechnen erfordert. Was wir vorläufig wissen wollen, ist, ob ein weiterer Einsatz in günstigem Verhältnis zur Chance, das Gewinnblatt am Turn zu kaufen, steht. Die soeben kalkulierte Wahrscheinlichkeit von 1 zu 22,5 ist hier keinesfalls viel versprechend.

Es passiert häufig, dass wir zwei gleichfarbige Karten in der Hand halten und sich eine einzige Karte passender Farbe im Flop befindet. Die Wahrscheinlichkeit, dass sowohl Turn als auch River in passender Farbe folgen, ist mit 1 zu 25 sehr gering und mit Sicherheit keinen Einsatz wert. Zählen wir jedoch aus anderen Gründen einige Outs, so können wir diese geringe Wahrscheinlichkeit auf ein Flush in Form von zwei zusätzlichen Outs addieren! Die Möglichkeit, mit beiden folgenden Karten eine Straße zu formen, ist allerdings, wie erwähnt, so gering, dass wir sie grundsätzlich überhaupt nicht berücksichtigen.

Beim nächsten angezeigten Flop, Q♥ – Q♣ – 6♦, können wir zwar sechs Outs berücksichtigen (drei A und drei J), aber nur davon ausgehend, dass kein anderer Spieler über eine Q verfügt. Von Überlegungen, die wir später analysieren werden, abgesehen, glauben wir vorläufig dem einsetzenden Gegner seine Dame und passen.

7♦ – 8♦ – 9♣ sieht etwas besser aus. Wieder zählen wir zwei A, auch hier lassen wir jedes Karo weg, und dazu kommt noch dreimal die 10 (ohne Karo) für eine Straße. Auf die Paarung unseres J hoffen wir nicht, weil dies jedem Gegner mit 10 in der Hand eine Straße bringen würde. Also, 5 Outs! 52-5 (bekannte Karten) – 5 (Outs) = 42. 42 : 5 = 8,4.

Kalkulieren wir nun ein günstigeres Beispiel und verändern unsere Anfangskarten beim gleichen Flop auf A♦ – J♦. Wie viele Outs können wir jetzt zählen? Neun Karo, drei 10 (alle Karo sind bereits gezählt) und drei A (AO halten Sie in der Hand).
9 + 3 + 3 = 15 Outs! 52 – 5 – 15 = 32. 32:15 = 2,13. Hier bietet sich eine respektable Chance. In beinahe jedem dritten Spiel werden wir unsere Wunschkarte kaufen.