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Der River ist eben wichtig – Grundlagen von Texas Holdem

Wenn mehr als ein Spieler übrig bleibt, wird die letzte Karte, der River, vom Computer aufgelegt. Wieder müssen Sie den Standardprozess durchspielen – feststellen, mit was für einer Hand Sie jetzt dastehen, verglichen mit dem, was Ihrer Einschätzung nach Ihre Gegner haben. In welcher Position Sie sitzen, ist nach dem River normalerweise viel unwichtiger als davor, denn a) sind wahrscheinlich nur noch ein oder zwei Spieler dabei und b) haben Sie eine relativ gute Vorstellung, ob Sie mit Ihrer Hand eine Gewinnchance haben oder eher verlieren werden.

Benutzen Sie Ihr Wissen über das Wettverhalten der anderen in den vorherigen Runden, das hilft Ihnen, die Lage einzuschätzen. Wenn zwei Karten gleicher Farbe auf dem Flop waren und jemand ist nach dem Flop und nach dem Turn mit Ihrer Wette mitgegangen, dann können Sie mit gutem Recht davon ausgehen, dass demjenigen nur noch eine Karte zum Flush fehlt, und jetzt geht er mit Ihnen mit und lässt es darauf ankommen, ob er diese Karte nicht doch noch bekommt. Wenn der River die fünfte Karte gleicher Farbe nicht gebracht hat, dann sollten Sie noch einmal wetten, besonders wenn Ihr Gegner vor Ihnen dran war und nur geschoben hat. Wenn wir bei unserem Beispiel bleiben, in dem Sie ein Top Pair mit einem guten Kicker hatten, dann gibt es eine Chance, dass Sie immer noch die beste Hand haben, solange sich in den Gemeinschaftskarten kein Paar ergeben hat (d. h., wenn keine zwei gleichen Karten darin Vorkommen, denn das würde bedeuten, dass jemand einen Drilling oder sogar Full House schaffen könnte) und solange Sie annehmen können, dass keine Chance auf einen Flush oder eine Straße besteht.

Wenn ein Flush oder eine Straße wahrscheinlich scheinen und man Sie nochmals erhöht, dann müssen Sie eine Entscheidung treffen – hat man Sie geschlagen oder versucht man nur, Sie durch Bluffen aus dem Pot zu drängen? Fällen Sie Ihre Entscheidungen auf der Grundlage Ihrer Einschätzung, was die anderen auf der Hand haben. Erhöhen Sie ein weiteres Mal, wenn Sie guten Grund zu der Annahme haben, dass Sie die Nase vorn haben, oder gehen Sie einfach mit, wenn Sie ziemlich sicher sind, dass Sie gewonnen haben. Wenn Sie Zweifel haben oder es Sie zu viel kosten würde, mitzugehen, dann geben Sie auf. Einen großartigen Pokerspieler erkennt man daran, dass er eine starke Hand wegwerfen kann, wenn er glaubt, dass er geschlagen wurde.

Wenn Sie z. B. K, K haben, und jemand geht in allen Runden mit Ihnen mit, und wenn auf dem River ein Ass kommt, erhöht er plötzlich, dann hat er wahrscheinlich die Karte bekommen, die er brauchte, um aus seinem A, Q oder A, J die Hand zu machen, die die Runde für sich entscheidet.

Viele Anfänger wollen ihre Könige einfach nie aufgeben, und dann verlieren Sie jede Menge Chips. Die Erfahrung sollte Ihnen mehr Disziplin beibringen, aber wie gesagt, auch wenn es Sie fertig macht, dass Ihre Monsterhand am Ende von jemand geschlagen wurde, der eigentlich in der letzten Runde gar nicht mehr hätte dabei sein sollen, sollten Sie Ihre Befriedigung aus dem Wissen ziehen, dass Sie Ihre Hand korrekt gespielt und am Ende eine tolle Entscheidung getroffen haben, indem Sie ausgestiegen sind. Auf lange Sicht wird diese Art Entscheidung Ihnen ein Vermögen an Chips ersparen.

Wenn alle Spieler nach dem River ihren Einsatz gebracht haben, kommt es zum Showdown, und die beste Hand bekommt den ganzen Pot. Der Rest des Tisches darf die Karten sehen, aber wenn Sie geschlagen worden sind, bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie Ihre Karten auch zeigen wollen. Ich würde Ihnen jedoch empfehlen, niemals Ihre Starthand zu zeigen, wenn Sie nicht unbedingt müssen. Das liefert Ihren Gegenspielern die Informationen über Sie frei Haus, etwa, mit welcher Starthand Sie mitspielen und wie Ihr Wettverhalten mit so einer Hand aussieht.

Der Pot wird durch zwei geteilt, wenn zwei Spieler jeweils eine gleichwertige Hand haben, ohne dass einer die Kicker in den Gemeinschaftskarten schlägt.

PokerStars-Tipps
Chris Moneymaker, World Series of Poker-Champion 2003, PokerStars-Team:
Viele Spieler werden extrem tight und spielen sehr konservativ, sobald die Aussicht auf einen Gewinn näher rückt. Keiner hat Lust, genau einen Platz hinter den gewinnbringenden Platzierungen zu landen.

Machen Sie sich das zunutze – Sie sollten in der Lage sein, öfter mal die Blinds zu stehlen. Damit sichern Sie sich einen soliden Haufen Chips.

Nun geht die nächste Runde los, der Dealer-Button wandert einen Platz weiter nach links, ebenso Small und Big Blind. Bei Turnieren geht das Spiel so lange weiter, bis alle Spieler bis auf einen rausgeflogen sind und der letzte alle Chips gewonnen hat. In Cash-Games wandern Dealer- Button und Blinds einfach immer weiter, und jede Runde verläuft nach dem gleichen Muster.

Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt die Erhöhung eines Spielers alle anderen Spieler zum Aufgeben bringt, dann kriegt er den Pot. Dann kann er seine Karten zeigen, aber ich würde Ihnen dringend raten, es nicht zu tun, damit Ihre Gegner keine Informationen über Sie sammeln können. Vielleicht hätten Sie große Lust, dem ganzen Tisch zu zeigen, wie grandios Sie geblufft und mit Ihrer Erhöhung alle zum Aufgeben gezwungen haben, und es kann auch eine Versuchung darstellen, allen Ihre zwei Asse zu zeigen, aber beherrschen Sie sich – wenn die anderen mit einer guten Hand aufgegeben haben, die Ihren Assen jedoch unterlegen gewesen wäre, dann möchten Sie ja auch nicht, dass diese Spieler sich zu ihrer Entscheidung beglückwünschen. Das würde nämlich nur ihr Selbstvertrauen im Spiel steigern.