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Handicap-Wette – Angebote

Eigentlich könnten auch Sportwetten doch eine ungeheuer entspannte Sache sein. Einfach klare Favoriten auswählen, Tippschein abschicken und abkassieren. Doch gegen allzu offensichtliche Konstellationen setzen sich die Buchmacher nun einmal mit ihrem wirksamsten Mittel zur Wehr: mit der Quote. Je deutlicher eine Mannschaft favorisiert ist umso geringer der Geldregen, der im Erfolgsfall zu erwarten ist. Nun haben die Wettanbieter aber eine Variante eingeführt, die auch solche Konstellationen zumindest attraktiver gestalten kann: die Handicap- Wette.
Bei dieser Wettart kann ein klarer Favorit – daher der Name – mit einem virtuellen Handicap ins Rennen geschickt werden. Wetter wie Buchmacher vereinbaren, dass der Außenseiter bei Anpfiff in Führung liegt. Ausgehend von der These, dass eine Favoritenrolle nicht zwingend auch einen hohen Sieg mit sich bringen muss. Die Höhe der Führung ist prinzipiell variabel, in der Praxis bieten Buchmacher aber meist vergleichsweise kleine Abstände wie 1:0 oder 2:0 an.

Am vierten «Spieltag der Champions League 2005/06 empfing beispielsweise der spanische Meister FC Barcelona den griechischen Vertreter Panathinaikos Athen. Obwohl sich beide Teams 14 Tage zuvor in Griechenland noch ohne Sieger trennten, galt dieses Match auf dem Papier natürlich als klare Sache für den Champion der Primera Division. Abzulesen an den Quoten, die etwa Interwetten via Internet feilbot:

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FC Barcelona – Panathinaikos Athen1,224,89,5

Wer 100 Euro auf den Favoriten setzte, der durfte also im Erfolgsfall mit mageren 122 Euro rechnen. Umgekehrt winkten bei einem Tipp auf Panathinaikos Athen satte 950 Euro – doch wer wollte ernsthaft mit einem Ausrutscher von Neimar Jr. und Kollegen rechnen? So bot Interwetten seinen Kunden an, die Griechen bei Anpfiff mit einer 1:0- Führung ins Rennen zu schicken. Was natürlich einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Quoten hatte – mit dem Handicap verschoben sich die Quoten wie folgt:

102
FC Barcelona – Panathinaikos Athen1,653,903,50

Für den austro-maltesischen Anbieter erschien die Wahrscheinlichkeit immer noch groß genug, dass der FC Barcelona das Handicap schon wettmachen und die
Partie – den virtuellen Rückstand inklusive – zumindest mit 2:1 für sich entscheiden würde. Doch selbst dieser Favoritentipp erschien plötzlich in einem merklich anderen Licht. 100 Euro auf Barcelona hätten nun immerhin schon 165 Euro eingespielt der nun natürlich sehr viel wahrscheinlichere Erfolg von Panathinaikos Athen – für den unter Einbeziehung des Handicaps ja schon ein Unentschieden im Stadion Camp Nou ausgereicht hätte, wäre immerhin noch 350 Euro wert gewesen. Die Realität hat gezeigt: In diesem Fall wäre trotz Handicap das Vertrauen auf den Favoriten die bessere Wahl gewesen – Barcelona fegte den zwei Wochen zuvor noch so unbequemen Widersacher mit 5:0 vom Platz.
Auf den asiatischen Wettmärkten wurde indes noch eine weitere Form der Handicap-Wette entwickelt, die sich auch bei deutschen Wettern einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Bei dieser Methode, die natürlich nicht zufällig als Asian Handicap Eingang in die Angebote der Wetter gefunden hat, fällt das Unentschieden aus dem klassischen Dreierweg mit Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg heraus – die Wetter setzen nur noch auf einen Erfolg von Heim- oder Gastmannschaft. Wobei etwaige Favoriten aber ebenfalls mit einem Handicap belegt werden können. Ein Tipp auf eine Mannschaft im Verbund mit dem Handicap -1 etwa wäre gleichbedeutend mit einem 0:1-Rückstand – dieses Team müsste das Spiel also mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen um den Tipp zum Erfolg zu machen. Bei einem Handicap 0 müsste das gewünschte Team sein Spiel schlicht gewinnen, bei einer -2 müssten dagegen am Ende schon drei Tore her. Sollte die Partie aber mit einem Unentschieden enden, und auch das macht diese Wettform so attraktiv, dann zahlen die Veranstalter immerhin den Einsatz abzüglich einer Gebühr von circa zehn Prozent an die Wetter zurück.
An erwähntem Champions League-Spieltag griff auch Italiens Spitzenklub Inter Mailand ins Geschehen ein – im Duell gegen den FC Porto sah Interwetten das Team aus der Serie A klar im Vorteil.

102
Inter Mailand – FC Porto1,453,906,0

Im Verbund mit einem asiatischen Handicap von -1 für Inter Mailand glichen sich die Quoten natürlich merklich aus.

12
Inter Mailand (-1) – FC Porto (+1)1,751,85

Wer nun 100 Euro darauf verwettete, dass dem FC Porto wenigstens eine Niederlage mit nur einem Tor zuzutrauen war, der hatte im Erfolgsfall aus seinen 100 Euro immerhin 185 gemacht.