ggl plädiert auf der ice barcelona für legales glücksspiel

GGL plädiert auf der ICE Barcelona für legales Glücksspiel

Zur International Casinos Exhibition (ICE) 2026 strömten Anfang 2026 über 65.000 Besucher. Branchenvertreter hielten Vorträge oder tauschten sich in Round-Table-Gesprächen aus. Auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) war zu Gast und erläuterte, wie die deutsche Glücksspielaufsicht gegen illegales Glücksspiel vorgeht.

Im Dialog mit Regulierungsbehörden und Branchenvertretern
Seit Bestehen ist die GGL bemüht, mit anderen Regulierungsbehörden in Kontakt zu treten. Denn die GGL ist sich bewusst, dass ein legaler Glücksspielmarkt europäische Lösungen erfordert. Fachmessen wie die ICE Barcelona, die 2026 an drei Tagen vom 19. bis 21. Januar stattfand, sind ideal, um aktuelle Branchenthemen zu besprechen und Strategien der GGL vorzustellen.

GGL mit Payment-Blocking erfolgreich gegen illegale Casinos
Als wirksamste Maßnahme gegen illegale Casinos hat die GGL das Payment-Blocking für sich entdeckt. Hierfür kontaktiert die Regulierungsbehörde Zahlungsdienstleister – mit der freundlich-bestimmten Aufforderung, Transaktionen in Casinos ohne deutsche Lizenz zu unterlassen. Rasch hat sich gezeigt, dass die meisten Zahlungsanbieter dem Wunsch entsprechen. Lediglich Kryptowährungen ist trotz Payment-Blocking nicht beizukommen, weil Bitcoin, Ethereum und so weiter dezentral organisiert sind. Im Ausland lizenzierte Online Casinos mit den besten Auszahlungsquoten setzen daher auf Kryptowährungen.

Bei E-Wallets, Prepaid und Online-Banking sind ausländische Casinos gezwungen, auf eher unbekannte Zahlungsmethoden auszuweichen. Nutzer müssten sich für die Einzahlung gesondert bei einem Drittanbieter anmelden und einen KYC-Prozess überstehen. Wie die GGL selbst zugibt, verfolgt man die Absicht, illegitime Casinos unattraktiv zu machen. Auf diese Weise will man die Kanalisierungsrate verbessern, die aufgrund der strengen Regulierung niedriger als gewünscht ausfällt.

IP-Sperren unwirksam, Werbeverbot wird umgangen
Darüber hinaus vertraut die GGL auf IP-Sperren, hat auf diese Weise hunderte Netzsperren ausgesprochen. Zu Anfang hatte die GGL mit rechtlichen Hindernissen zu kämpfen, weil IP-Blocking aufgrund mehrerer Gerichtsurteile – so unterlag die Glücksspielbehörde etwa im Mai 2025 vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig– nicht wie gedacht umsetzbar ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte die GGL bereits alternative Lösungen erwogen. Faktisch lassen sich IP-Sperren mittels VPN recht einfach umgehen. Betreiber ziehen indes auf Mirror-Sites um, für die dem Domainnamen ein Buchstabe oder eine Zahl hinzugefügt wird. Oft ist also nicht einmal ein VPN notwendig, um erreichbar zu bleiben.

Erfolgversprechender sind Werbeverbote. Schon Ende 2024 hatte die GGL den Suchmaschinen-Riesen Google zwingen können, seine Werberichtlinien anzupassen. Seitdem können Casinos im Ausland in Deutschland nur noch eingeschränkt auf sich aufmerksam machen. Wie Nadja Wierzejeweski, die als Abteilungsleiterin für die GGL unerlaubtes Glücksspiel bekämpft, jedoch selbst einräumen musste, haben die Spieleseiten eine kreative Lösung gefunden: Cloaking. Dabei wird Webcrawlern, die für Suchmaschinen das Internet durchforsten, eine andere URL präsentiert als dem Nutzer. Zeigt ein solcher Link ein Portal für Flugreisen, führt dieser anschließend etwa in ein illegales Online Casino. Damit wird das Werbeverbot ad absurdum geführt.

Die GGL betrachtet Payment-Blocking, Netzsperren und Maßnahmen gegen Werbung als Mittel, die gebündelt ins Spiel zu bringen seien. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass sämtliche Maßnahmen weitgehend verpuffen. Illegales Glücksspiel flächendeckend einzudämmen, mag ein frommer Wunsch sein. Allerdings scheint das Vorhaben nicht realistisch zu sein.

Glücksspielbehörde richtet Appell an legale Anbieter
Auf der ICE Barcelona hat die GGL an legale Branchenvertreter appelliert, stärker mitzuwirken. Schließlich verfügten legale Anbieter über Einfluss und könnten Dienstleister beeinflussen. Insgesamt müsste sich der legale Sektor stärker von unseriösen Geschäftspartnern distanzieren – damit behördliche Maßnahmen mehr Durchschlagskraft entfalten könnten.
Dass der Glücksspielmarkt einem solchen Appell Taten folgen lässt, darf angezweifelt werden. Schließlich werden allein mit legalen Online Casinos jährlich Milliardenumsätze erzielt – für den Schwarzmarkt, der natürlich keine Zahlen vorlegt, dürfte dasselbe gelten. Solange der Branche lediglich Appelle und keine finanziellen Einbußen drohen, wird sich voraussichtlich wenig verändern.

Interesse an einem legalen Glücksspielmarkt
Während der ICE Barcelona hat die GGL einmal mehr betont, dass ein legaler Glücksspielmarkt ausschließlich gemeinsam gelingen kann. Wer illegales Glücksspiel im Internet unterbinden will, muss auf Zahlungsanbieter zugehen und Kooperationen schmieden. Nur wenn die Branche gemeinsam an einem Strang zieht, können Regeln durchgesetzt werden.
Tatsächlich strengen immer mehr Länder nationale Regulierungen an, die sich vor allem auf den Spielerschutz konzentrieren. Unverkennbar ist aber auch, dass sich Gesetzgeber von der Legalisierung Steuereinnahmen versprechen. Werden Einsätze wie in Casinos der GGL besteuert, hat dies zur Folge, dass ausländische Casinos einladender wirken.

DACHL-Treffen 2025: Austausch mit benachbarten Ländern
Dass die GGL an der ICE Barcelona teilgenommen hat, ist kein Novum. Anfang Oktober 2025 empfing die GGL beispielsweise Regulierungsbehörden aus Liechtenstein, Österreich und der Schweiz. Auch damals war illegales Glücksspiel das Hauptthema. Technische und rechtliche Tücken wurden diskutiert. Die GGL wünscht sich, die Zusammenarbeit mit den DACHL-Ländern auszubauen.

Wie dies funktionieren könnte, hat die Schweiz unter Beweis gestellt. Seit dem 7. Januar 2025 bleibt eine Spielsperre in der Schweiz ebenso im Fürstentum Liechtenstein bestehen. Kurz darauf brachen die Umsätze mancher Spielbanken um bis zu 85 % ein. Wer um Spielerschutz besorgt ist, muss dafür sorgen, dass Selbstsperren über Landesgrenzen hinweg gelten.

Anreize für legale Online Spielbanken
Seitens der GGL kommen Anreize für legale Casinos gar nicht oder kaum zur Sprache. So bemängeln Spieler seit der Legalisierung im Jahr 2021, dass Roulette und Kartenspiele wie Blackjack online verboten sind. Auch die Steuer in Höhe von 5,3 %, die auf jeden Spieleinsatz zu leisten ist, wird als zu hoch angesehen. In diesen Punkten könnte sich die GGL für eine Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrags starkmachen, um den Marktanteil illegaler Casinos zurückzudrängen.

Bild kommt von pixabay . com

spribe und ac mailand schließen partnerschaft 'aviator' wird offizielles crash spiel des italienischen fußballgiganten vorherige Affiliate Turnier „Time to Win“: Gewinne exklusive AC Mailand Erlebnisse