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Die frühe Position – die Positionen und ihre Bedeutung im Poker

Sie her wissen Sie bereits, wie wichtig die Position beim Poker ist. Dennoch wollen wir an dieser Stelle nochmal kurz darauf eingehen, um Ihnen zu vermitteln, wie sehr Sie auf diese Dinge achten sollten. Man unterscheidet beim Poker zwischen drei möglichen Positionen, der frühen (early), der mittleren (middle) und der späten (late) Position. In der ersten Setzrunde kommen außerdem die Blinds hinzu, die in diesem Fall der späten Position entsprechen. Allerdings ändert sich dies auf den nachfolgenden Straften ganz schnell, da nun die Blinds als Erste handeln müssen.

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Bild 5.1 Die Positionen an einem Fullring Table.

Schauen wir uns nachfolgend die verschiedenen Positionen genauer an und beleuchten deren Vor- bzw. Nachteile.

An einem Fullring Table befinden sich die ersten vier Spieler in der frühen Position, wobei es der erste Spieler nach den Blinds, auch Under the gun genannt, natürlich am schwersten hat. Er muss als Erster handeln, darum sitzt ihm auch die Pistole auf der Brust. Er hat noch keinerlei Hinweise von den Mitspielern erhalten und weiß nicht, wie diese reagieren werden. Das Einzige was er kennt, sind seine beiden Hole-Cards. Und auch das hat an einem vollen Tisch und zu Beginn eines Turniers nicht wirklich viel zu bedeuten.

Was würden Sie z. B. mit AQ aus erster Position unter den oben genannten Umständen tun? Bei einem möglichen Raise wüssten Sie nicht, ob einer oder mehrere der nachfolgenden Spieler Sie mit AK, AA, KK oder QQ bereits dominieren. Wie würden Sie auf ein Reraise aus später Position reagieren? Zudem sind die Blinds zu Turnierbeginn noch derart niedrig, dass selbst ein Raise um den vierfachen BB niemand wirklich abschrecken kann. Die Gambier bzw. Spieler mit einer schönen, ausbaufähigen Hand werden Sie mit diesem Move bestimmt nicht los. Sie haben also durch Ihr Raise nicht das erreicht, was Sie eigentlich wollten – die Spieler zu selektieren. Schlimmstenfalls müssen Sie sich dann auf dem Flop gegen drei oder mehr mögliche Gegner behaupten.

Bei einem Call aus früher Position sieht es nicht anders aus. Natürlich könnten Sie Glück haben und keiner der Gegner raist. Doch in der Regel ist es doch so, dass fast jede Runde geraist wird. Erst recht, wenn sich ein paar Limper im Pot befinden. Irgendjemand möchte sich den Pot bereits vor dem Flop sichern oder eben nicht gegen mehrere Konkurrenten antreten müssen. Deshalb an dieser Stelle mein Rat an Sie:

Gehen Sie nur mit (besonders in den höheren Blindstufen), wenn Ihr Blatt auch gegen ein mögliches Raise standhalten könnte. In den frühen Positionen müssen Sie immer mit einer Erhöhung rechnen. Sie werden recht viele Chips verlieren, wenn Sie immer nur limpen und dann auf ein mögliches Raise Ihre Karten folden. Wie Sie also sehen, ist es auf den frühen Positionen nicht ganz einfach. Was Sie auch tun, Sie wissen nie, was nach Ihnen geschieht. Aus diesem Grund sollten Sie zu Beginn des Turniers bzw. an einem vollen Tisch (beachten Sie, dass z. B. an einem 6er-Tisch die frühe Position zur mittleren Position wird, da nicht mehr so viele Spieler nach Ihnen kommen wie an einem 10er-Tisch) sehr vorsichtig agieren. Rechnen Sie stets mit einem Raise nach Ihnen, das Ihnen dann womöglich eine schwierige Entscheidung abverlangt.

Somit sollten Sie bei niedrigen Blinds nur mit den besten Karten raisen (AA, KK, AK) und unter Umständen mit guten, ausbaufähigen Karten (JQs oder kleinen Pocketpaaren) limpen und auf eine Verbesserung auf dem Flop hoffen. Auf ein Raise nach Ihnen können Sie noch immer folden, da der Einsatz recht gering war. Begehen Sie nicht den Fehler, an einer Hand festhalten zu wollen, wenn Sie bei einem oder mehreren Spielern Stärke feststellen. Umso mehr Sie in einen Pot investieren, desto schwieriger wird es, aus diesem wieder herauszukommen.