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Was man noch über Fußball-Wette wissen soll


Sie haben sich den Fußball als Ihre ganz persönliche Spielwiese für Ihren Wetteinsatz ausgesucht? Das ist bestimmt kein schlechter Entschluss – Sie liegen damit immerhin im Trend des internationalen Wettmarktes. Nun sollten Sie zunächst einmal eine Grundsatzentscheidung treffen, mit welchem Wett-typ Sie Ihre Einsätze riskieren wollen.
Haben Sie einen langen Atem und wollen lieber über einen längeren Zeitraum für Ihre Wette mitfiebern? Auch dann sind Sie beim Thema Fußball goldrichtig denn kaum ein anderes Gebiet bietet Ihnen eine derart große Bandbreite an Wettmöglichkeiten. Wer wird der neue Meister? Wer steigt ab? Wer wird der Torschützenkönig? Wer erhält die meisten roten Karten? Da bleibt nur wenig, worauf sich nicht im Verlauf einer spannenden Saison der eine oder andere Euro versetzen ließe.
Und der vergleichsweise träge Wetttypus hat durchaus seine Vorzüge im Zusammenhang mit dem Fußball denn die Volkssportart Nummer eins – darauf werden wir gleich noch einmal zurückkommen – ist wie kaum eine zweite Disziplin anfällig für den Faktor Zufall. In kaum einer zweiten Sportart setzen sich prozentual so häufig die Außenseiter durch, wenn auch meist nur in einzelnen Partien. Über eine ganze Saison hinweg ist in der Regel auf die Favoriten Verlass. Und nach denen muss man bei der Beurteilung der verschiedenen Ligen meist nicht lange suchen.
So ist etwa bei der Frage nach dem kommenden deutschen Meister der FC Bayern München vielleicht kein origineller aber immerhin ein ziemlich naheliegender Tipp. In England ist der FC Chelsea London dank der Millionen des russischen Ölmilliardärs Roman Abramowitsch mittlerweile eine recht verlässliche Größe. In Spanien machen mit dem FC Barcelona und Real Madrid ziemlich regelmäßig zwei Vereine die Meisterschaft unter sich aus. Gleiches dürfen sich in Schottland Celtic Glasgow und der Lokalrivale Glasgow Rangers nachsagen lassen. Norwegen dagegen stand fußballerisch meist nur für einen Namen: Rosenborg Trondheim trug sich zwischen 1992 und 2004 ununterbrochen in die Ehrentafel der norwegischen Meister ein.
Sie werden sich mit Recht an jene Passagen dieses Buches erinnern, in denen wir Ihnen der geringen Quoten wegen von Favoritentipps abgeraten haben. In der Tat werden Sie gerade in den genannten Fällen bei richtigen Tipps keine außergewöhnlichen Reichtümer erwarten dürfen. Aber schon die Kombination mehrerer derartiger Langzeittipps könnte Ihnen einen schönen Nebenverdienst bescheren. Wobei Sie auch hier natürlich das Risiko nie aus dem Auge verlieren sollten denn auch ein noch so sicher erscheinender Tipp bietet noch lange keine Garantie. Wer sich beispielsweise 2005 zu einer Kombination unserer Beispiele verstiegen hätte, also auf Titelcoups des FC Bayern München, von Chelsea London, dem FC Barcelona, den Glasgow Rangers und Rosenborg Trondheim gesetzt hätte, der hätte je nach dem Zeitpunkt der Wette seinen Einsatz problemlos verzehnfachen können. Theoretisch jedenfalls, doch ausgerechnet der vermeintlich sicherste dieser fünf Tipps hätte dem Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht denn just in diesem Jahr reichte Rosenborg Trondheim die Krone des norwegischen Fußballs nach 13 Spielzeiten wieder einmal an Valerenga Oslo weiter. Oder wie hätten Sie eine Kombinationswette auf Bayern- Profi Thomas Müller und Madrids Superstar Ronaldo als Torschützenkönige in Deutschland und Spanien eingeschätzt? Vermutlich als guten Siegertipp. Doch weit gefehlt, denn dank des Nürnberger Slowaken Marek Mintal und des Argentiniers Diego Forlän in Diensten des FC Villarreal wären Sie Ihren Einsatz trotz allen Zitterns los gewesen.
Grundsätzlich gilt natürlich: Je früher Sie einen Langzeittipp platzieren, desto größer sind Ihre Gewinnaussichten denn mit jeder Partie, die Aufschlüsse über den tatsächlichen Verlauf einer Spielzeit geben kann, werden die Quoten entsprechend angepasst. Doch ganz egal ob Sie sich nun wie in unseren Beispielen an einen Topfavoriten halten oder ob Sie auf einen Außenseiter vertrauen – es empfiehlt sich, das Geschehen im Verlauf der Saisonvorbereitung genauestens im Auge zu behalten.

In unserem Beispiel eines Meistertipps beispielsweise stehen da natürlich vor allem Transferbewegungen oder Verletzungen im Mittelpunkt. Versuchen Sie die Einkäufe der Mannschaft Ihrer Wahl einzuschätzen. Ist es dem Verein gelungen, mögliche Schwachstellen über eine geglückte Transferpolitik auszugleichen? Der FC Bayern etwa glich 2004 und 2005 seine gelegentlichen Defensivschwächen mit den Verpflichtungen von Ausnahmekönnern wie dem Brasilianer Lucio oder dem Franzosen Valerien Ismael aus. Oder hat ein Verein sogar einen echten „Kracher“ an Land gezogen? Der Hamburger SV etwa hatte es in der Saison 2004/05 als Tabellenachter der Bundesliga gerade einmal in den UI-Cup geschafft – jenes eingeschränkt populäre Hintertürchen zum UEFA-Cup. Vor der Saison 2005/06 jedoch lockten die Hanseaten unter anderem Hollands Jungstar Rafael van der Vaart an die Elbe und mauserten sich prompt zu einem der hartnäckigsten Widersacher der Titelsammler aus München.
Anders herum kann aber auch der Verlust einer Schlüsselfigur durch eine langfristige Verletzung oder die finanziellen Verlockungen der Konkurrenz für entscheidende Schwächen sorgen. Werder Bremen etwa musste 2005 erwähnten Valerien Ismael nach München ziehen lassen und hatte mit dem entstandenen Loch in der Abwehr zumindest über die gesamte Vorrunde der Saison 2005/06 empfindlich zu kämpfen.
Aber vielleicht sind Ihnen jene Langzeitwetten ja auch nicht Anreiz genug. Vielleicht suchen Sie die Herausforderung des aktuellen Tagesgeschehens. Auch gut, denn Einzelwetten sind beim Fußball eine durchaus vorteilhafte Variante. Doch wir haben es Ihnen zuvor schon angedeutet: Im Tagesgeschäft ist das kickende Personal längst nicht mehr so verlässlich wie über eine komplette Spielzeit hinweg. Im Gegenteil, es gibt statistisch gesehen kaum eine zweite Sportart, in der so oft die Außenseiter triumphieren, wie beim Fußball.

Fußball ist anfällig für Außenseitererfolge.
Dahinter steht vorrangig einmal, und das klingt natürlich tödlich für alle systematischen Wettpläne, der Faktor Zufall. Schließlich können in wenigen Spielen kleine Zufälle schon eine so große Wirkung haben. Da reicht hier der kleine Irrtum des Schiedsrichters, der eine Regelwidrigkeit im Strafraum und nicht 30 Zentimeter davor sehen wollte. Hat er einmal für den Außenseiter auf den Elfmeterpunkt gezeigt, läuft der Favorit womöglich schon der Hypothek eines Gegentors hinterher. Und eigentlich muss noch nicht einmal ein echtes Fehlverhalten oder eine Fehlentscheidung dahinter stecken.
Welcher Fußball-Fan hätte noch nicht diese Spiele erlebt, in denen der Favorit mit drückender Überlegenheit das Tor berennt – der Außenseiter aber mit einem einzelnen Konter den entscheidenden Treffer erzielt? Keine Frage, vor unliebsamen Überraschungen wie diesen ist letztlich kein Wetter gefeit. Zufälle können auch den vermeintlich sichersten Tipp zunichtemachen.
Doch nicht immer haben Überraschungen nur mit dem Faktor Zufall zu tun. In manchen Fällen deutet sich ein Favoritensturz durchaus vorher an. Außenseitersiege bedeuten gute Quoten – wer hier die richtige Nase beweist, der kann schnell einen schönen Nebenverdienst in der Tasche haben. Entscheidende Voraussetzung ist eine aufmerksame und umsichtige Recherche. Die beginnt üblicherweise mit einem einfachen Blick auf die gegenwärtige Wettbewerbssituation, wobei Sie speziell das Tabellenbild mit einiger Vorsicht genießen sollten. Tabellen können irreführend sein, vor allem, wenn sich eine Saison noch in der Anfangsphase befindet. Doch wie ist es, wenn ein Wettbewerb in seine entscheidende Phase Übertritt?
Erinnern Sie sich an die Europameisterschaft 2004 in Portugal, als sich vor dem letzten Gruppenspiel die Wege der Teams aus Deutschland und Tschechien kreuzten. Die Tschechische Republik war an jenem Tag bereits sicher für die bevorstehende K.O.-Runde qualifiziert – für die Auswahl von Teamchef Rudi Völler dagegen ging es um alles oder nichts, nur ein Sieg konnte den Verbleib im Turnier sichern. Es passierte, was so mancher unter diesen Voraussetzungen schon geahnt hatte: Um gegen eine deutsche Mannschaft, die um ihre letzte Chance kämpfte, keine Verletzungen zu riskieren, schonte der tschechische Trainer Karel Brückner seine Stars und schickte ein Reserveteam ins Rennen. Womit der Sturz des Favoriten aus Ostmitteleuropa plötzlich in greifbare Nähe rückte. Doch es kam anders, wie Fußballfreunde sich schmerzlich erinnern werden: Die viel zitierte tschechische B-Elf spielte weit besser als erwartet, gewann das Match mit 2:1 und schickte Michael Ballack und Kollegen auf die Heimreise.
Oder nehmen wir die alljährlich wiederkehrende Situation in der europäischen Champions League, wenn die Gruppenphase zu Ende geht und es der designierte Gruppensieger mit einem noch nicht gesicherten Verfolger zu tun bekommt, mit einer Mannschaft also, die durch einen Sieg Gruppenzweiter und damit ebenfalls weiterkommen würde oder sich zumindest Rang drei und damit einen Platz im UEFA-Cup sichern könnte. Auch hier steht auf der einen Seite eine mäßig motivierte Mannschaft mit dem vorrangigen Interesse, dass die 90 Minuten nur irgendwie zu Ende gehen mögen. Auf der anderen Seite steht jedoch ein Team, das vielleicht mehr Engagement ins Rennen wirft denn je.
Aber wie ist es, wenn am gleichen Spieltag zwei Teams aufeinandertreffen denen jeweils schon ein Unentschieden zum Weiterkommen reichen würde? Die Erfahrung zeigt, dass Fußballer in solchen Situationen oft mit einer derartigen Vorsicht zu Werke gehen, dass am Ende tatsächlich ein Unentschieden auf der Ergebnistafel steht. Womit sogar das der Quoten halber meist aber eher wenig lukrative Remis zu einer echten Option für Wetter werden könnte.

Kurz: Die aktuelle Motivation kann gerade in den Wettbewerben, in denen über Ausscheiden und Verbleib im Geschehen entschieden wird, eine ganz erhebliche Rolle spielen. In Einzelfällen natürlich auch im aktuellen Ligabetrieb. So vergeht in der Bundesliga praktisch keine Spielzeit, in der nicht irgendwo das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft Risse bekommt. In solchen Fällen bleibt das jeweilige Ensemble meist wochenlang hinter den Erwartungen zurück. Zieht die Klubführung die fällige Konsequenz und holt einen neuen Mann in die Verantwortung, dann kommt meist zumindest für kurze Zeit neuer Schwung ins Team.
Wobei Negativphasen natürlich längst nicht immer nur mit menschlichen Missverhältnissen zu tun haben. So können Fußballmannschaften durchaus einmal schlicht eine Schwächeperiode durchlaufen. Die eine oder andere unglückliche Niederlage kann sich ungünstig auf das Selbstbewusstsein der Protagonisten auswirken, und schon wird der Negativtrend zum Selbstläufer. Anders herum können unerwartete Siege auch eine ungeahnte Euphorie auslösen. So wie das im Extremfall dem 1. FC Kaiserslautern gelang. Die Pfälzer starteten 1997/98 als Bundesliga-Aufsteiger mit einem Sieg gegen den FC Bayern München in
die Saison – diesen Schwung nahmen die Spieler von Trainer Otto Rehhagel bis zum überraschenden Gewinn der deutschen Meisterschaft mit.
Das Schöne an solchen Trends ist, dass sie sich einfach ablesen lassen. So bieten neben den einschlägigen Wett-Publikationen auch einige fußballerische Fachzeitschriften wie der Kicker für die wesentlichen Partien eine Übersicht der letzten zehn Resultate jedes Teams an. Und als Dreingabe gibt es gleich noch die letzten Ergebnisse direkter Duelle dazu. Manchmal kann sich auch ein vermeintlicher Hinterbänkler für einen Topfavoriten zum regelrechten Angstgegner mausern der SC Freiburg beispielsweise hat sich zeitweise den Ruf des Schreckgespenstes für Rekordmeister Bayern erworben – zumindest ein kleiner Seitenblick auf die direkte Bilanz kann also durchaus wertvolle Erkenntnisse bringen.
Doch man kann seine Gewinnaussichten im Fußball natürlich noch weit besser gestalten. Dafür allerdings muss ein Wetter deutlich tiefer in die Materie einsteigen. So sollte man sich in jedem Fall ein Bild von den relativen Stärken und Schwächen der beteiligten Mannschaften machen. So kann ein kopfballstarker Sturm natürlich eine ganz wesentliche Waffe gegen klein gewachsene Abwehrreihen sein. Genauso können schnelle und passsichere Flügelspieler im Duell mit einer anfälligen Außenverteidigung zum Zünglein an der Waage werden. Werfen Sie also einen durchaus kritischen Blick auf die betreffenden Kader.
Genauso aber ist es sinnvoll, sich ein möglichst genaues Bild von der Spielweise der Mannschaften zu verschaffen. Besondere Stärken bei so genannten Standardsituationen wie Eckbällen oder Freistößen können gerade in Turnieren, bei denen der Gefahr des Ausscheidens wegen die erste Aufmerksamkeit der Verteidigung gilt, zum entscheidenden Faktor werden. Wie geschehen etwa bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal, als die Außenseiter aus Griechenland vor allem durch überragende Standardsituationen die gesamte Konkurrenz überrumpelten.
Nicht weniger hilfreich kann eine Statistik zur Chancenauswertung einer Mannschaft sein. So haben natürlich Spitzenmannschaften in der Regel auch diejenigen Akteure in ihren Reihen, die vor dem gegnerischen Tor für die größte Unruhe sorgen können. Doch selbst die treffsichersten Kräfte können einmal schlechtere Zeiten durchlaufen und ihrem Team ein gutes Stück des alten Torrauschs rauben, so wie Bayern Münchens Thomas Müller im Verlauf der Saison 2005/06.
Und dann sind da einzelne Spieler wie Marek Mintal, der ein Jahr zuvor dem 1. FC Nürnberg eine für einen Klub der unteren Tabellenhälfte überragende Torquote bescherte. Nicht genug damit, dass der Slowake ganz erheblich zum Verbleib der Franken in der Bundesliga beitrug: Mit seinen Toren ebnete er auch den Weg zu manch einem Nürnberger Favoritensturz.
Eine wichtige Rolle bei der Beurteilung derartiger Faktoren kommt natürlich den Medien zu. Ob Tageszeitung, Radio oder Fernsehen – die vielen Berichte aus dem Fußballgeschäft, die tagtäglich auf die Konsumenten einströmen, können auch Wettern manchen wertvollen Fingerzeig geben. Doch beim Verfolgen der Berichte ist durchaus ein kritisches Auge angesagt. So sind Kommentatoren im Fernsehen nicht selten die notorischen Besserwisser. Steht es bei einem Auftritt der deutschen Nationalmannschaft nach einer Stunde noch 0:0, so ist mit tödlicher Sicherheit früher oder später zu hören, die Mannschaft habe eine zu ängstliche Spielweise an den Tag gelegt.
Kassieren Michael Ballack und Kollegen aber durch einen Konter einen Gegentreffer, so heißt es schnell, man habe die Abwehr zu stark entblößt. Mit gedruckten Medien steht die Sache oftmals nicht viel besser. In Zeitungen wird ein Spiel nicht selten nur über das Endergebnis beurteilt, Reporter springen dann vielleicht auch persönlicher Vorlieben wegen gerne auf einen allgemeinen Meinungstrend auf, was für eine objektive Beurteilung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit meist nur wenig hilfreich ist.

Im Zweifel sollte daher der Fußball-Fachpresse oder so mancher Internetseite der Vorzug gegeben werden. Doch das eigene Urteil ist immer das Überprüfbarste – wer die Möglichkeiten hat, sollte die Teams seiner Wahl stets auch selbst in Augenschein nehmen.