merkur übernimmt casino gruppe sfc und baut geschäft in frankreich aus

Merkur übernimmt Casino-Gruppe SFC und baut Geschäft in Frankreich aus

Merkur baut Casino-Geschäft in Frankreich aus und übernimmt Mehrheit an SFC

Die deutsche Merkur Gruppe baut ihre Präsenz auf dem regulierten französischen Glücksspielmarkt deutlich aus. Die Merkur Spielbanken Beteiligungs GmbH, eine Tochtergesellschaft der Merkur AG, hat eine Vereinbarung über den Erwerb einer kontrollierenden Beteiligung an der Société Française de Casinos (SFC) geschlossen. Damit würde Merkur indirekt die Kontrolle über einen weiteren etablierten Betreiber französischer Spielbanken übernehmen. Am 27. August unterzeichnete Merkur eine Put-Optionsvereinbarung mit GPG Groupe Philippe Ginestet und DOFA über den Erwerb von Casigrangi. Die Holdinggesellschaft steht hinter der Casino-Gruppe Le Stelsia und hält gleichzeitig eine Beteiligung von 81,21 Prozent an der börsennotierten Société Française de Casinos. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Merkur will 95 Prozent von Casigrangi übernehmen

Im Rahmen der Vereinbarung soll Merkur insgesamt 95 Prozent des Aktienkapitals von Casigrangi erwerben. DOFA behält zunächst die verbleibenden fünf Prozent. Für diesen Minderheitsanteil wurden gegenseitige Put- und Call-Optionen vereinbart, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgeübt werden können. Die Vereinbarung beinhaltet außerdem eine Exklusivitätsperiode zugunsten von Merkur. Damit erhält der deutsche Glücksspielkonzern eine klare Position für die geplante Übernahme, während die notwendigen internen und regulatorischen Schritte vorbereitet werden. Besonders wichtig ist die Beteiligung von Casigrangi an SFC. Zum 31. Oktober 2025 hielt die Gesellschaft insgesamt 4.135.434 Aktien und damit 81,21 Prozent des Kapitals von Société Française de Casinos. Durch die Übernahme von Casigrangi würde Merkur entsprechend indirekt die Kontrolle über SFC erhalten.

Le Stelsia betreibt sieben Casinos in Frankreich

Mit der Transaktion würde Merkur gleichzeitig die Kontrolle über die Casino-Aktivitäten von Le Stelsia übernehmen. Die Gruppe betreibt sieben kleine bis mittelgroße Spielbanken an verschiedenen Standorten in Frankreich. Dazu gehören unter anderem Casinos in Megève, Granville und Mimizan. Neben dem eigentlichen Glücksspielgeschäft verfügt Le Stelsia über weitere Aktivitäten in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Unterhaltung. Dadurch handelt es sich nicht ausschließlich um einen klassischen Casino-Betreiber, sondern um ein breiter aufgestelltes Freizeit- und Hospitality-Geschäft. Die Übernahme würde gut zur bestehenden Strategie von Merkur passen. Das deutsche Familienunternehmen ist seit vielen Jahren sowohl im Bereich Glücksspielautomaten und Gaming-Technologie als auch als Betreiber stationärer Casinos tätig und baut seine internationale Präsenz kontinuierlich aus.

Société Française de Casinos betreibt vier weitere Spielbanken

Über die Mehrheitsbeteiligung von Casigrangi kommt ein weiteres Casino-Portfolio hinzu. Société Française de Casinos betreibt Spielbanken in Châtel-Guyon, Collioure, Gruissan und Port-la-Nouvelle. Damit würde Merkur seine Präsenz auf dem französischen Casino-Markt erheblich erweitern. Frankreich besitzt einen stark regulierten stationären Glücksspielmarkt, bei dem Casino-Betriebe an umfangreiche gesetzliche und behördliche Anforderungen gebunden sind. Die geplante Transaktion bietet Merkur deshalb die Möglichkeit, seine Position über bereits etablierte und lizenzierte Strukturen auszubauen. Zusammengenommen entsteht aus den Aktivitäten von Le Stelsia und SFC ein interessantes regionales Casino-Netzwerk. Gerade für einen internationalen Betreiber wie Merkur eröffnet dies zusätzliche Möglichkeiten für Synergien bei Technologie, Betrieb und langfristiger Markenentwicklung.

Merkur bietet 6,19 Euro je SFC-Aktie

Für die Transaktion wurde ein Preis von 6,19 Euro je SFC-Aktie vereinbart. Das Angebot liegt damit deutlich über dem Börsenkurs, zu dem die Aktien vor Bekanntwerden der Vereinbarung gehandelt wurden. Der Preis entspricht einem Aufschlag von 195,9 Prozent gegenüber dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der 240 Handelstage vor dem 27. August 2026. Gegenüber dem entsprechenden Durchschnitt der vergangenen 60 Handelstage beträgt die Prämie 145,2 Prozent. Im Vergleich zum Schlusskurs vom 27. August liegt das Angebot 157,9 Prozent höher. Die hohen Aufschläge zeigen, dass Merkur bereit ist, für die vollständige Kontrolle über SFC eine erhebliche Prämie zu bezahlen. Gleichzeitig wird der Preis von 6,19 Euro je Aktie auch für das anschließend notwendige öffentliche Pflichtangebot maßgeblich sein.

Pflichtangebot an die übrigen SFC-Aktionäre

Da Merkur durch die Übernahme von Casigrangi indirekt die Kontrolle über Société Française de Casinos erhalten würde, greifen die französischen Kapitalmarktregeln. Das Unternehmen muss deshalb bei der Autorité des Marchés Financiers (AMF) ein vereinfachtes öffentliches Pflichtangebot für sämtliche SFC-Aktien einreichen, die Merkur nach Abschluss der Transaktion noch nicht direkt oder indirekt kontrolliert.

Auch dieses Angebot soll bei 6,19 Euro pro Aktie liegen. Damit erhalten die verbliebenen Minderheitsaktionäre die Möglichkeit, ihre Beteiligungen zu denselben wirtschaftlichen Konditionen abzugeben, die der Bewertung im Rahmen der Kontrollübernahme zugrunde liegen. Der Verwaltungsrat von SFC soll dafür voraussichtlich einen Ad-hoc-Ausschuss einrichten. Dieser wird die Arbeit eines unabhängigen Experten begleiten, der gemäß den Vorschriften der französischen Finanzmarktaufsicht bestellt werden soll.

Unabhängiger Experte soll Angebot bewerten

Der unabhängige Experte soll beurteilen, ob die Konditionen des geplanten Angebots angemessen sind. Dabei geht es nicht ausschließlich um den angebotenen Aktienpreis, sondern auch um die möglichen Folgen der Übernahme für Société Française de Casinos, ihre Aktionäre und die Beschäftigten.

Diese Bewertung ist ein wichtiger Bestandteil des französischen Übernahmeverfahrens und soll insbesondere die Interessen der Minderheitsaktionäre schützen. Erst nach Abschluss der vorgesehenen Prüfungen und Genehmigungsverfahren kann das öffentliche Angebot vollständig umgesetzt werden. Merkur verfolgt dabei offenbar ein klares langfristiges Ziel. Sollten nach dem Pflichtangebot die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein, will das Unternehmen ein Squeeze-out-Verfahren durchführen.

Merkur plant offenbar vollständige Übernahme und Börsenrückzug

Bei einem erfolgreichen Squeeze-out würden die verbliebenen Minderheitsaktionäre verpflichtet, ihre restlichen Aktien gegen eine entsprechende Zahlung abzugeben. Merkur könnte SFC dadurch vollständig kontrollieren. Anschließend ist nach den derzeitigen Plänen ein Delisting von Société Française de Casinos von der Euronext Paris vorgesehen. SFC würde damit seine Stellung als börsennotiertes Unternehmen verlieren und vollständig in die neue Eigentümerstruktur integriert werden können.

Für Merkur hätte eine vollständige Übernahme verschiedene Vorteile. Strategische Entscheidungen könnten ohne börsennotierte Minderheitsstruktur umgesetzt werden, während die Integration des französischen Casino-Geschäfts in die bestehende Unternehmensgruppe vereinfacht würde.

Französische Behörden müssen Übernahme genehmigen

Bis zum Abschluss sind allerdings noch mehrere regulatorische Voraussetzungen zu erfüllen. Besonders wichtig ist die Genehmigung des französischen Innenministeriums gemäß Artikel L. 323-3 des französischen Code de la sécurité intérieure. Aufgrund der streng regulierten Casino-Branche ist ein Eigentümerwechsel ohne entsprechende behördliche Zustimmung nicht möglich.

Daneben müssen interne Umstrukturierungen und die vorgeschriebenen Informations- und Konsultationsverfahren für Arbeitnehmer durchgeführt werden. Erst danach soll der endgültige Aktienübertragungsvertrag unterzeichnet werden. Von diesen Verfahren betroffen sind sowohl Casigrangi als auch das zuständige Sozial- und Wirtschaftskomitee des Casino de Gruissan. Der endgültige Vollzug der Transaktion wird derzeit für das erste Quartal 2027 angestrebt.

Öffentliches Übernahmeangebot für erstes Halbjahr 2027 geplant

Nach dem Closing will Merkur im ersten Halbjahr 2027 das vorgeschriebene öffentliche Angebot bei der französischen Finanzmarktaufsicht AMF einreichen. Der tatsächliche Start des Angebots hängt allerdings von den notwendigen regulatorischen Genehmigungen ab. Damit handelt es sich um einen mehrstufigen Übernahmeprozess. Zunächst muss die Kontrolle über Casigrangi gesichert werden, anschließend folgen die indirekte Kontrollübernahme bei SFC und das Pflichtangebot an die verbliebenen Aktionäre. Erst danach könnte ein möglicher Squeeze-out mit anschließendem Delisting erfolgen. Sollten sämtliche Schritte wie geplant umgesetzt werden, hätte Merkur seine Position auf dem französischen Casino-Markt innerhalb relativ kurzer Zeit erheblich ausgebaut.

SFC erwartet rund 22,5 Millionen Euro Bruttospielertrag

Auch die aktuellen Geschäftszahlen von Société Française de Casinos zeigen die wirtschaftliche Bedeutung der Übernahme. Auf Basis der Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Bruttospielertrag von rund 22,5 Millionen Euro. Der Nettospielertrag soll bei etwa 13,3 Millionen Euro liegen. Beim EBITDA rechnet SFC mit ungefähr 3,5 Millionen Euro. Damit verfügt der Betreiber über ein profitables Casino-Geschäft, das für Merkur eine interessante Ergänzung seiner bestehenden Aktivitäten darstellen kann. Besonders relevant ist dabei, dass Merkur nicht bei null beginnen muss. Mit SFC und Le Stelsia übernimmt die Gruppe bestehende Casino-Standorte, operative Strukturen und etablierte Aktivitäten im französischen Markt.

Merkur expandiert auch außerhalb Europas

Die geplante Frankreich-Übernahme ist Teil einer deutlich breiteren internationalen Expansionsstrategie. Merkur gehört zu den bekanntesten deutschen Unternehmen der Glücksspielbranche und ist sowohl im Bereich Spielautomaten und Gaming-Technologie als auch als Betreiber von Spielbanken und weiteren Glücksspielangeboten aktiv. Gleichzeitig richtet die Gruppe ihren Blick zunehmend auf den nordamerikanischen Markt. Zuletzt vereinbarte Merkur die Übernahme des US-amerikanischen Slot-Anbieters White Hat Studios. Damit baut das Unternehmen seine Position im Bereich digitaler Casinospiele weiter aus. Dieser Schritt folgt auf die Übernahme des in Nevada lizenzierten Gaming-Anbieters Gaming Arts im Jahr 2025. Die Kombination zeigt, dass Merkur seine internationale Strategie sowohl über operative Casino-Beteiligungen als auch über Technologie- und Content-Unternehmen verfolgt.

Frankreich wird für Merkur zu einem wichtigen Wachstumsmarkt

Mit der geplanten Übernahme von 95 Prozent an Casigrangi und der daraus resultierenden Kontrolle über SFC könnte Merkur seine Stellung in Frankreich deutlich stärken. Besonders interessant ist die Kombination verschiedener regionaler Casino-Standorte mit ergänzenden Angeboten aus Gastronomie, Hotellerie und Unterhaltung. Der angebotene Preis von 6,19 Euro je SFC-Aktie und die hohen Prämien gegenüber den vorherigen Börsenkursen zeigen, welche strategische Bedeutung Merkur der Transaktion beimisst. Gleichzeitig deutet der geplante Squeeze-out darauf hin, dass das deutsche Unternehmen langfristig eine vollständige Kontrolle von SFC anstrebt.

Wenn die französischen Behörden zustimmen und die vorgesehenen Arbeitnehmerverfahren abgeschlossen werden, könnte die Transaktion bereits im ersten Quartal 2027 vollzogen werden. Anschließend dürfte Merkur mit dem Pflichtangebot und einem möglichen Delisting den nächsten Schritt machen und damit seine Position auf einem der größten regulierten Glücksspielmärkte Europas weiter ausbauen.

FAQ

Was will Merkur in Frankreich übernehmen?

Die Merkur Spielbanken Beteiligungs GmbH plant die Übernahme von 95 Prozent der Casigrangi-Holding. Casigrangi steht hinter Le Stelsia und besitzt gleichzeitig 81,21 Prozent an der Société Française de Casinos.

Wie viele Casinos betreibt SFC?

Société Française de Casinos betreibt Casinos in Châtel-Guyon, Collioure, Gruissan und Port-la-Nouvelle. Zusätzlich verfügt die Le-Stelsia-Gruppe über sieben kleine bis mittelgroße Casinos in Frankreich.

Wie viel bietet Merkur je SFC-Aktie?

Merkur hat einen Preis von 6,19 Euro je SFC-Aktie vereinbart. Derselbe Preis soll auch beim geplanten öffentlichen Pflichtangebot für die verbleibenden Aktien gelten.

Will Merkur SFC vollständig übernehmen?

Nach dem Pflichtangebot beabsichtigt Merkur offenbar einen Squeeze-out, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Anschließend soll SFC von der Euronext Paris genommen werden.

Wann soll die Übernahme abgeschlossen werden?

Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2027 angestrebt. Das öffentliche Pflichtangebot soll anschließend im ersten Halbjahr 2027 bei der französischen Finanzmarktaufsicht AMF eingereicht werden.

Wie hoch ist der Bruttospielertrag von SFC?

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Société Française de Casinos einen Bruttospielertrag von rund 22,5 Millionen Euro. Der Nettospielertrag soll etwa 13,3 Millionen Euro und das EBITDA rund 3,5 Millionen Euro erreichen.

ice global hall of fame startet 2027 vor der ice barcelona vorherige ICE Global Hall of Fame startet 2027 vor der ICE Barcelona