Malta: Weniger Glücksspiel-Lizenzen, aber Branche wächst weiter
Malta reguliert weniger Glücksspielunternehmen – Branche wächst trotzdem weiter
Der regulierte Glücksspielsektor auf Malta hat sich 2025 auf den ersten Blick verkleinert: Die Zahl der von der Malta Gaming Authority (MGA) beaufsichtigten Unternehmen und Lizenzen ging gegenüber den beiden Vorjahren zurück. Wirtschaftlich entwickelte sich die Branche allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Sowohl die Wertschöpfung als auch die Zahl der Arbeitsplätze stiegen weiter, sodass die verbleibenden Lizenznehmer im Durchschnitt einen größeren Beitrag zur maltesischen Wirtschaft leisten. Nach Angaben der Malta Gaming Authority waren Ende 2025 insgesamt 302 lizenzierte Unternehmen registriert, die zusammen 311 Glücksspiellizenzen hielten. Ein Jahr zuvor waren es noch 315 Unternehmen mit 323 Lizenzen gewesen. Im Jahr 2023 hatte die Behörde 316 Unternehmen und 326 Lizenzen registriert.
Die Zahlen zeigen damit einen klaren Konsolidierungstrend. Innerhalb von zwei Jahren verschwanden 14 Unternehmen und 15 Lizenzen aus dem Register der MGA. Gleichzeitig entwickelte sich die wirtschaftliche Leistung des Sektors positiv.
Glücksspielbranche erwirtschaftet 1,42 Milliarden Euro
Die Bruttowertschöpfung der maltesischen Glücksspielindustrie erreichte 2025 rund 1,42 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von etwa 3,5 Prozent. Damit wächst der wirtschaftliche Beitrag der Branche, obwohl weniger Unternehmen eine MGA-Lizenz besitzen. Nach Berechnungen auf Basis von Daten des maltesischen National Statistics Office trägt der Glücksspielsektor inzwischen rund 6,3 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung Maltas bei. Werden zusätzlich indirekte wirtschaftliche Effekte berücksichtigt, steigt der Anteil nach Einschätzung der Behörde sogar auf etwa 8,2 Prozent.
Dazu gehören beispielsweise Dienstleistungen, die von der Glücksspielbranche benötigt werden, aber nicht unmittelbar von den Betreibern selbst erbracht werden. Malta hat sich über viele Jahre ein umfangreiches Ökosystem aus Technologieunternehmen, Zahlungsdienstleistern, Rechts- und Compliance-Spezialisten sowie Marketing- und Unternehmensdienstleistern aufgebaut.
Mehr als 15.000 Menschen arbeiten für MGA-Unternehmen
Auch auf dem Arbeitsmarkt setzte sich die positive Entwicklung fort. Ende 2025 arbeiteten schätzungsweise 15.039 Menschen in Malta für Unternehmen, die von der Malta Gaming Authority lizenziert werden. Auf Basis von Vollzeitäquivalenten entspricht dies gegenüber 2024 einem Wachstum von 4,8 Prozent. Im Jahr 2023 hatte die Zahl der Beschäftigten noch bei 13.404 gelegen. Innerhalb von zwei Jahren kamen damit mehr als 1.600 Arbeitsplätze hinzu. Von den insgesamt 15.039 Beschäftigten entfielen 950 auf landbasierte Glücksspielbetriebe. Weitere 10.115 Menschen waren direkt in Aktivitäten beschäftigt, die unter einer MGA-Lizenz durchgeführt werden.
Zusätzlich arbeiteten 3.974 Beschäftigte für MGA-Lizenznehmer in Geschäftsbereichen, die über Genehmigungen anderer Länder abgedeckt werden, oder in unterstützenden Dienstleistungen für Unternehmen des maltesischen Glücksspielsektors.
Weniger Lizenzen trotz wachsender Branche
Dass gleichzeitig die Zahl der Lizenznehmer sinkt, bewertet die Malta Gaming Authority nicht grundsätzlich als negatives Signal. Nach Einschätzung der Behörde befindet sich die Branche zunehmend in einer reiferen Entwicklungsphase. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche internationale Glücksspielunternehmen ihre Konzern- und Lizenzstrukturen neu organisiert. Statt für unterschiedliche Geschäftsbereiche mehrere separate Gesellschaften und Genehmigungen zu unterhalten, werden Aktivitäten teilweise zusammengeführt.
Gleichzeitig richten Unternehmen ihre Lizenzstrategien stärker auf mehrere regulierte Märkte aus. Nationale Genehmigungen gewinnen in vielen europäischen Ländern an Bedeutung, während Compliance-Anforderungen umfangreicher und kostspieliger werden. Die MGA sieht deshalb strategische Konsolidierungen und eine stärkere Ausrichtung auf regulatorische Anforderungen als wesentliche Gründe dafür, dass die Zahl der Unternehmen und Lizenzen zurückgegangen ist.
28 MGA-Lizenzen wurden 2025 zurückgegeben
Die Lizenzstatistik verdeutlicht diese Entwicklung. Insgesamt wurden 2025 28 Lizenzen freiwillig zurückgegeben. Im Jahr zuvor waren es lediglich 20 gewesen. Gleichzeitig sank die Zahl der abgelehnten, zurückgezogenen oder aufgehobenen Anträge. 2025 waren davon insgesamt elf Anträge betroffen, gegenüber 20 im Vorjahr.
Auf der anderen Seite stieg das Interesse an neuen Genehmigungen. Die Malta Gaming Authority erhielt im Laufe des Jahres 38 neue Lizenzanträge. 2024 waren es lediglich 28 gewesen. Damit bedeutet die kleinere Zahl bestehender Lizenznehmer nicht automatisch, dass Malta für neue Glücksspielunternehmen an Attraktivität verliert. Vielmehr verändert sich offenbar die Struktur der Unternehmen, die eine Genehmigung beantragen.
B2B-Unternehmen werden für Malta immer wichtiger
Besonders auffällig ist die Entwicklung im B2B-Bereich. Von den insgesamt 38 neuen Lizenzanträgen im Jahr 2025 entfielen 24 auf Genehmigungen für Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen anderen Glücksspielunternehmen anbieten. Auch bei den tatsächlich neu erteilten Lizenzen dominierte dieses Segment. Von insgesamt 19 neuen Genehmigungen waren zwölf B2B-Lizenzen.
Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Verlängerungen bestehender Genehmigungen. Von acht verlängerten Lizenzen entfielen vier auf bereits bestehende B2B-Aktivitäten. Das Wachstum innerhalb des maltesischen Lizenzsystems wird damit zunehmend von Technologie- und Dienstleistungsunternehmen getragen und weniger von neuen Marken, die ihre Glücksspielangebote direkt an Endkunden vermarkten.
Plattformen, Spieleentwickler und Dienstleister gewinnen an Bedeutung
Diese Entwicklung passt zur langfristigen Positionierung Maltas innerhalb der internationalen Glücksspielindustrie. Der Standort ist längst nicht mehr ausschließlich für klassische Online-Casinos oder Sportwettenanbieter interessant. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen Unternehmen, die technische Plattformen, Casinospiele, Software, Datenlösungen und andere Dienstleistungen für Betreiber entwickeln. Diese B2B-Unternehmen können von Malta aus Kunden in zahlreichen internationalen Märkten bedienen.
Für die maltesische Wirtschaft kann diese Entwicklung besonders interessant sein, weil viele dieser Unternehmen hochqualifizierte Arbeitsplätze in Bereichen wie Softwareentwicklung, IT-Sicherheit, Produktentwicklung, Compliance und Unternehmensmanagement schaffen.
Damit verschiebt sich die Struktur des Glücksspielstandorts zunehmend von einer großen Zahl einzelner Endkundenmarken hin zu einem breiteren Technologie- und Dienstleistungszentrum für die internationale Branche.
MGA nimmt 82,4 Millionen Euro ein
Auch für die öffentlichen Einnahmen bleibt der regulierte Glücksspielsektor von großer Bedeutung. Die Malta Gaming Authority nahm 2025 insgesamt 82,4 Millionen Euro ein. Die Summe stammt aus Compliance-Beiträgen, Lizenzgebühren, Abgaben und Verbrauchssteuern. Bemerkenswert ist dabei erneut, dass diese Einnahmen mit einer kleineren Zahl von Lizenznehmern erzielt wurden als in den beiden vorherigen Jahren.
Dies unterstreicht den allgemeinen Trend innerhalb der Branche: Die reine Zahl der registrierten Unternehmen verliert als Kennzahl zunehmend an Aussagekraft. Entscheidend ist vielmehr, welche wirtschaftliche Aktivität die einzelnen Lizenznehmer entwickeln und wie viele Beschäftigte sie am Standort unterhalten.
MGA verschärft gleichzeitig die Aufsicht
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung dokumentiert der Jahresbericht auch die regulatorischen Maßnahmen der Malta Gaming Authority. Im Laufe des Jahres verschickte die Behörde 35 Aufforderungen zur Einstellung bestimmter Aktivitäten sowie 22 formelle Warnungen. Darüber hinaus wurden 30 administrative Geldstrafen mit einem Gesamtvolumen von 162.520 Euro verhängt. Fünf dieser Fälle machten zusammen 81.400 Euro aus, während sich die übrigen 25 Verfahren auf insgesamt 81.120 Euro beliefen.
In einem weiteren Fall wurde eine Lizenz vorübergehend suspendiert. Zwei Genehmigungen wurden vollständig aufgehoben. Die Zahlen zeigen, dass die MGA parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung des Sektors weiterhin aktiv gegen Verstöße gegen ihre regulatorischen Anforderungen vorgeht.
Malta bleibt wichtiger Standort der europäischen Glücksspielindustrie
Die Zahlen für 2025 zeichnen damit ein differenziertes Bild. Malta verfügt über weniger lizenzierte Glücksspielunternehmen als 2023 und 2024, doch die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors hat gleichzeitig zugenommen. Eine Bruttowertschöpfung von rund 1,42 Milliarden Euro, mehr als 15.000 Beschäftigte und ein Anteil von etwa 6,3 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung verdeutlichen, welche Bedeutung die Branche weiterhin für den Inselstaat besitzt.
Gleichzeitig verändert sich die Struktur des Marktes. Konsolidierungen reduzieren die Zahl der einzelnen Lizenznehmer, während B2B-Anbieter, Technologieunternehmen und spezialisierte Dienstleister innerhalb des maltesischen Glücksspielökosystems an Gewicht gewinnen. Die Entwicklung könnte deshalb weniger als Schrumpfung und vielmehr als Reifungsprozess interpretiert werden. Malta beherbergt zwar weniger lizenzierte Unternehmen, doch diese schaffen insgesamt mehr Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze als zuvor. Für die MGA wird die Herausforderung nun darin bestehen, dieses Wachstum mit einer weiterhin konsequenten regulatorischen Kontrolle zu verbinden.
FAQ
Wie viele Glücksspielunternehmen waren 2025 in Malta lizenziert?
Ende 2025 beaufsichtigte die Malta Gaming Authority 302 lizenzierte Unternehmen mit insgesamt 311 Glücksspiellizenzen. Damit lag die Zahl unter dem Niveau der beiden vorherigen Jahre.
Wie groß ist die Glücksspielbranche in Malta?
Die Bruttowertschöpfung des Sektors erreichte 2025 rund 1,42 Milliarden Euro. Damit trägt die Branche nach Angaben der MGA etwa 6,3 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung Maltas bei.
Wie viele Menschen arbeiten in Maltas Glücksspielindustrie?
Ende 2025 waren schätzungsweise 15.039 Menschen in Malta bei Unternehmen beschäftigt, die über eine MGA-Lizenz verfügen. Gegenüber 2024 entspricht dies auf Basis von Vollzeitäquivalenten einem Wachstum von 4,8 Prozent.
Warum gibt es weniger MGA-Lizenzen?
Die Malta Gaming Authority führt den Rückgang unter anderem auf die zunehmende Reife und Konsolidierung der Branche zurück. Internationale Unternehmen bündeln ihre Strukturen und richten ihre Lizenzstrategien stärker auf unterschiedliche regulierte Märkte und steigende Compliance-Anforderungen aus.
Welche Unternehmen beantragen besonders häufig neue Lizenzen?
Neue Lizenzaktivitäten konzentrieren sich zunehmend auf den B2B-Bereich. Von 38 Anträgen im Jahr 2025 betrafen 24 B2B-Genehmigungen für Anbieter von Plattformen, Spielen, Technologie und anderen Dienstleistungen.
Wie viel nahm die Malta Gaming Authority 2025 ein?
Die MGA erzielte 2025 Einnahmen von insgesamt 82,4 Millionen Euro aus Compliance-Beiträgen, Lizenzgebühren, Abgaben und Verbrauchssteuern.
