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Tennis-Spezifika oder – was man für eine Wette wissen sollte

Wir haben es bereits angedeutet – wie so ziemlich alle Disziplinen, die eine große Öffentlichkeit auf sich ziehen, ist Tennis schon lange auf breiter Front im Angebot der Buchmacher vertreten.

Wer sich Tennis als persönliche Materie für seine Wetten ausgesucht hat, der kann praktisch über das gesamte Jahr hinweg aus einem breiten Wettangebot wählen. Und natürlich auch aus der gesamten Bandbreite an Wetttypen. Langzeitwetten, Einzelwetten oder die rasanten Live-Wetten – es gibt nichts was im Tennis nicht zu platzieren wäre.
Wie bei eigentlich allen Einzelsportarten sind Langzeitwetten nur selten ein lohnendes Geschäft denn ganz gleich ob es sich nun um den Gewinner der Champions Race dreht oder die Sieger eines Grand-Slam- Turniers – in den wirklich wichtigen Turnieren ist auf die Favoriten Verlass. Außenseiter mögen zwar in den frühen Runden für Furore sorgen, dass ein Außenseiter aber eines der großen Turniere gewinnt, ist nahezu ausgeschlossen.

Natürlich haben gerade die späteren Branchengrößen meist schon frühzeitig bei den Saisonhighlights auf sich aufmerksam gemacht. So wie einst Boris Becker, als er mit 17 Jahren ausgerechnet die All England Championships von Wimbledon für sich entschied. Erst Anfang 2006 wäre dem gerade 21-jährigen Zyprioten Marcos Baghdatis beinahe Ähnliches geglückt: Bei den Australian Open von Melbourne warf der Südeuropäer nacheinander Topspieler wie den amerikanischen Weltranglistenzweiten Andy Roddick oder den Argentinier David Nalbandian aus dem Rennen – wurde dann aber im Finale vom wieder einmal überragenden Schweizer Roger Federer ausgebremst.

Ein bisschen anders sieht es da wenigstens bei den Mannschaftswettbewerben aus – allen voran bei der kleinen Variante World Team Cup. Hier ermitteln die Buchmacher ihre Quoten in der Regel anhand der Vorjahresergebnisse. Doch die Formkurve einzelner Mannschaften kann bisweilen erheblich schwanken denn so fest die Stars die Auftritte für die Nationalmannschaft auch eingeplant haben mögen – im Zweifel haben die eigenen Ambitionen allemal Vorrang.
Absagen aus sportlichen oder gesundheitlichen Gründen oder auch wegen akuter Formschwäche gehören im Vorfeld von Teamwettbewerben durchaus zur Tagesordnung. Für Verbände mit einem großen Reservoir an Topspielern wie etwa die USA ist das normalerweise nicht allzu dramatisch. Für die eher schwach im Spitzenfeld der Ranglisten vertretenen Verbände wie etwa den Deutschen Tennis Bund sind Ausfälle meist nur sehr schwer zu kompensieren. Umgekehrt sind zuletzt schwächer eingeschätzte Vertretungen, wie die deutsche, in ihrer Bestbesetzung durchaus für einen Überraschungscoup gut.

So hatten vor dem World Team Cup 2005 sicher nicht viele auf einen Erfolg von Nicolas Kiefer, Florian Mayer, Tommy Haas und Kollegen gesetzt, doch ganz gleich wer sich dem DTB-Team auch entgegen stellte, am Ende hing die deutsche Fahne bei der Siegerehrung ganz oben. Und dennoch sind die Aussichten auf einen erfolgreichen Außenseitertipp im Zusammenhang mit einzelnen Partien sehr viel größer. Schließlich können sich auch klare Favoriten nicht immer freimachen von den vielen kleinen Details, die eine Überraschung bedingen können.

Dabei geht es längst nicht nur um jene Faktoren, die in so ziemlich allen Sportarten die Kräfteverhältnisse durcheinanderwirbeln können: Verletzungen etwa, Krankheiten oder ganz einfach nur vorübergehende Formschwächen höher eingeschätzter Athleten. Wobei sich Tennis diesbezüglich ja ein wenig von vielen anderen Sportarten unterscheidet, wie auch vom hier beschriebenen Radsport, Biathlon oder Skispringen. Auf Grund des nahezu lückenlosen Wettkampfkalenders gibt es bei Tennisspielern keinen expliziten Zeitraum der Saisonvorbereitung.

Trainingsmaßnahmen sind weitestgehend der laufenden Formerhaltung und der kurzfristigen Vorbereitung auf Saisonhighlights untergeordnet. Das hat einen wesentlichen Vorteil: Können Verletzungen oder Krankheiten in den genannten Sportarten gegebenenfalls die gesamte Saison beeinflussen, so sind Ausfälle beim Tennis meist vergleichsweise schnell zu kompensieren.

Und trotzdem ist es im Vorfeld von größeren Turnieren durchaus sinnvoll, sich ein genaueres Bild vom individuellen Leistungsstand der Spieler zu verschaffen. Hat ein Favorit eine längere Pause hinter sich? Wem fehlt die so wichtige Matchpraxis? Wer hatte zuletzt die eine oder andere unerwartete Niederlage einzustecken? Allesamt können solche Faktoren auf einen Überraschungscoup hindeuten, der für einen Wetter ja so viel lohnender wäre. Sie können sich bei Ihren intensiveren Recherchen jedoch auf die Auftritte der Männer konzentrieren.

Bei den Männern nämlich hat sich die Weltspitze in den vergangenen Jahren ganz erheblich auf geweitet: Die Unterschiede zwischen den Spielern in den Top-100 der Weltrangliste sind oftmals vergleichsweise gering. Bei den Frauen dagegen ist die Öffnung noch nicht so weit fortgeschritten. Zwar sind in der Praxis die ersten zehn der Bestenliste deutlich zusammengerückt. Ein Patzer der Nummer eins gegen die Nummer fünfzig jedoch kommt schon fast einem Jahrhundertereignis gleich.

Doch es gibt im Tennis natürlich auch äußere Kriterien, die Einfluss auf das Geschehen haben können der Spielplan beispielsweise. Mit seltenen Ausnahmen werden beim Tennis ja die Favoriten entsprechend der aktuellen Weltrangliste auf dem Turniertableau gesetzt. Die aktuelle Nummer eins kann es also frühestens im Endspiel mit der Nummer zwei zu tun bekommen. Ein Prinzip, das den Turnieren bis zuletzt bestmöglichen Sport und Spannung garantieren soll.
Doch nicht immer gibt die aktuelle Weltrangliste auch die aktuellen Kräfteverhältnisse wieder. Dann kann es in einer Hälfte des Tableaus zu einer Konzentration der Favoriten kommen, in der anderen Hälfte sind dagegen Außenseitererfolgen Tür und Tor geöffnet.

Einzig die Veranstalter der All England Championships in Wimbledon wichen bei der Aufstellung ihrer Setzliste bisweilen merklich von den durch die Rangliste angedeuteten Positionen ab und gaben Akteuren den Vorzug, die auf dem in London bespielten Rasen stärker einzuschätzen waren. Sie mögen es anhand dieses Beispiels schon erraten: Auch der Bodenbelag auf dem ein Turnier ausgetragen wird, kann entscheidenden Einfluss auf Verlauf und Ausgang eines Matches nehmen. So bremst etwa der vor allem bei den Frühjahrsturnieren übliche Sand die Bälle beim Aufprall merklich ab. Was auch denjenigen Spielern ohne den ganz großen Gewinnschlag manche Chance eröffnet – solange sie nur ausdauernd und geduldig genug sind.

Die vor allem bei den Sommerturnieren üblichen Hartplätze und allen voran der in Wimbledon gebräuchliche Rasen dagegen lassen die Bälle meist flach und schnell abspringen. Dann sind vor allem starke Aufschläger und Spieler mit gehobenen Angriffsqualitäten im Vorteil. Und obwohl die Entwicklung immer mehr zum Allrounder geht, der auf jedem Untergrund seine Klasse zeigen kann, so kommen doch auch die Stars der Szene längst nicht mit allen Bodenbelägen gleichermaßen zurecht. Vor allem auf den langsamen Sandplätzen haben sich in der Vergangenheit immer wieder kleine oder auch größere Überraschungen ergeben.

In den Mannschaftswettbewerben ist der Boden übrigens ein Faktor, der den Heimvorteil noch verstärken kann der jeweilige Gastgeber in Davis oder Fed Cup Partien kann nämlich frei wählen, auf welchem Untergrund die jeweils fünf Begegnungen stattfinden sollen. Auch wenn die Zeiten der Vergangenheit angehören, in denen etwa die indischen Tenniscracks in der Heimat auf getrocknetem Kuhmist von Sieg zu Sieg stürmten – in Einzelfällen kann der Boden auch heute noch zum Zünglein an der Waage werden. Tennisnationen wie Spanien oder Argentinien haben traditionell eine Vielzahl an Sandplatz-Spezialisten in ihren Reihen, die auf ihrem gewohnten Terrain auf Angriff orientierten Spielern überaus gefährlich werden können.