Wie alles mit dem Sportwetten angefangen hat – Geschichte der Sportwette

Menschen haben schon immer gewettet. Würfel wurden schon in frühesten Zeiten für Urteile und Entscheidungen benutzt. Die ältesten Würfel sind etwa 4000 Jahre alt und stammen aus der Gegend von Mesopotamien. Forschungen haben ergeben, dass dem Würfel ein würfelförmiger Fersenknochen des Schafes vorausging. Indianer benutzten Büffelknochen für ähnliche Zwecke. In der Bibel wird beschrieben, wie römische Soldaten um das Tuch des gekreuzigten Jesus würfelten.

Das Ziehen von Losen wird schon im Alten Testament erwähnt. Moses löste Streitfälle durch das Ziehen von Losen. Würfel und Lotterie sind Spiele, die vom Zufall bestimmt werden. Das Volk verlangte nach Geschicklichkeitsspielen. Wir wissen auch, dass die Sumerer in Südbabylonien eine hoch entwickelte Ringerkultur hatten, während andere Kulturen verschiedene Formen von Pferderennen praktizierten. Die Perser spielten Polo, eine der frühesten Sportarten überhaupt, die einen Ball und einen Schläger erforderten. Aber Sportwetten fanden ihren endgültigen Durchbruch in Griechenland, der Heimat der modernen Leichtathletik und des Sports generell.

Die Griechen veranstalteten regelmäßige Wettbewerbe wie zum Beispiel die Olympischen Spiele zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. Wagenrennen, in den ersten Spielen die Hauptattraktion, wurden bei den Zuschauern sehr beliebt. Die spektakulären Triumphwagen brachten das Volk in helle Aufregung. Die kaiserlichen Gladiatoren-Turniere wurden in Rom bekannt. Der Rückgang der griechischen und römischen Kultur führte zu einem Aufschwung bei den Zufallsspielen. Mittelalterliche Sportarten waren meist nur eine Form von militärischer Vorbereitung und Training.

Aber es gab auch Wettbewerbe, die als Sport betrachtet werden können, die ihren Ursprung in der mittelalterlichen Kultur haben. Dazu zählt der brutale Vorreiter von Fußball, der auf den Straßen von England gespielt wurde. Sportereignisse wie etwa Boxen und Pferderennen waren bald beliebte Attraktionen im Europa des 18. Jahrhunderts. Das klassische Ascot-Rennen wurde 1711 zum ersten Mal veranstaltet, während das Epsom- Derby sein Debüt 1780 hatte. Das erste Galopprennen im eigentlichen Sinne in Deutschland fand im Oktober 1810 auf der Theresienwiese in München statt. Die erste Rennbahn wurde 1822 in Doberan errichtet.

Der Begriff Buchmacher kam kurz danach auf; somit kam ein alter Beruf zu einem neuen Namen. Sportverbundenes Wetten entstand in vielen Ländern. Man machte sich Gedanken darüber, ob das Ergebnis eines Boxkampfes oder eines Fußballspiels völliger Zufall war oder nicht. Im Grunde musste ein geschickter Wetter nur die Bedingungen kennen, unter denen ein Athlet gewinnen konnte. Ein Standardisierungsversuch bei Sportwetten war der Totalisator, ausgedacht 1867 von dem französischen Ingenieur und Buchmacher Pierre Oller, erstmals eingeführt 1871. Er umfasst Entgegennahme und Quittierung der Wetten mit Tickets, Berechnung der Quoten (unter Abzug der Totalisator-Steuer) und sofortige Auszahlung der Gewinne.

Aber der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Die Gegner verkündeten, dass Wetten unvermeidlich zu Trägheit, Gottlosigkeit und Trunkenheit führe. Das illegale Wetten florierte. Doch Wetten hatte einen so starken Eindruck in der breiten Bevölkerung hinterlassen, dass es kein Zurück mehr gab. Modernes Wetten ist eng verknüpft mit der Entwicklung von professionell betriebenen Ballsportarten in Großbritannien und den USA. Die professionellen Ligen beim Fußball und American Football wurden populär und damit auch zu guten Wettangeboten. Die Wetten wiederum führten zu einem noch größeren Interesse an den Ligen. Die weit verbreitete Popularität der verschiedenen Ligen förderte auch die Interessen von Buchmachern, Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen und natürlich den betroffenen Teams. Es wurde für alle ein gutes Geschäft, ausgenommen vielleicht ein paar arme Burschen, die oft mit leeren Händen nach Hause gingen.