Spielen Sie Texas Holdem Live – Pokerstrategien für fortgeschrittene

Ein Live-Pokerspiel ist um einiges anders als ein Internetspiel. Obwohl die Struktur des Spiels natürlich dieselbe bleibt, sind viele Dinge neu für Sie – nicht zuletzt die Tatsache, dass Sie Ihren Gegnern Auge in Auge gegenüber-sitzen und versuchen müssen, ihnen nicht bei jedem Blick auf Ihre Karten verräterische Teils an die Hand zu geben. Sobald Sie die Grundlagen des Spiels online gelernt und ei-nigermaßen Vertrauen in Ihre Fähigkeiten haben, würde k h Ihnen empfehlen, es auch einmal mit einem Live-Spiel u probieren, und sei es nur zu Hause mit Ihren Freunden oder der Familie.

Wenn Sie den Ehrgeiz haben, mir bei der European Poker Tour oder sogar der World Series of Poker Gesellschaft *u leisten, sollten Sie vorher ein bisschen Live-Erfahrung sammeln. Ich hatte erst um die vier Live-Spiele gehabt, als ich an meiner ersten EPT-Veranstaltung in London teilnahm, und zu behaupten, ich sei nervös gewesen, ist die Untenreibung des Jahres – ich hatte solche Angst, dass ich kaum meine Chips aufeinanderstapeln konnte, ohne sie gleich wieder umzuwerfen!

Sie müssen akzeptieren, dass Sie nervös und vielleicht eingeschüchtert sind, wenn Sie zum ersten Mal in einem Ältlichen Kartenclub oder einem Casino spielen, aber das wird schnell vergehen. Zuerst müssen Sie sich auf drei Dinge konzentrieren: Versuchen Sie, die Teils der anderen auszuspähen und die Stärke ihrer Hände einzuschätzen, zweitens, selbst keine Teils zu geben, und drittens, sich nicht in Versuchung führen zu lassen, zu viele Hände zu spielen. Die gängigen Live-Tells sind allen bestens bekannt, und Sie müssen lernen, sie selbst zu identifizieren, aber auch solche Spieler zu erkennen, die mit Absicht falsche Teils geben. Ich werde später noch detaillierter auf Live-Tells eingehen, aber denken Sie immer daran, dass Sie bei einem großen Live-Turnier eventuell stundenlang am gleichen Tisch sitzen, während es online gut und gerne nach einer halben Stunde vorbei sein kann. Also müssen Sie auch sehr diszipliniert sein und die anderen Spieler gründlich studieren: wie ihr Wettverhalten aussieht, mit welchen Starthänden sie zu spielen bereit sind (für den Fall, dass sie sie hinterher herzeigen müssen), wie sie beim Wetten mit ihren Chips umgehen etc.

Wenn Sie anfangen, live zu spielen, suchen Sie sich Ihr Turnier oder Ihren Cash-Table mit Sorgfalt aus. Gehen Sie nicht gleich auf Turniere, auf denen es ums große Geld geht, wenn Sie sich noch nicht sicher fühlen. Spielen Sie zuerst einmal zu Hause, gewöhnen Sie sich an diese Art des Spiels (kein Computer, der die Chips für Sie zählt, die Blinds für Sie setzt usw.), und arbeiten Sie sich dann langsam hoch. Größere Turniere ziehen (normalerweise!) auch bessere Spieler an, deswegen sollten Sie vorher schon wissen, wo Sie im Poker-Genpool stehen.

Vielleicht gibt es ja vor Ort einen Kartenclub oder ein Casino, das Turniere mit niedrigen Buy-Ins anbietet – werfen Sie doch mal einen Blick ins Telefonbuch oder suchen Sie im Internet. In den meisten größeren Städten gibt es Casinos oder Kartenclubs, und alle bieten verschiedene Levels von Buy-Ins. Die meisten haben freundliches Personal und gastronomischen Service, da der Besuch dort entspannend und unterhaltsam sein sollte. Versuchen Sie es zuerst mit niedrigen Buy-Ins, und wenn Sie ein oder zwei davon gewonnen haben und sich sicher fühlen, rücken Sie auf den nächsten Level hoch. Wie ich schon im Abschnitt über das Management Ihres Kontos bemerkt habe, sollten Sie nur an Veranstaltungen teilnehmen, bei denen Ihnen finanziell noch wohl in Ihrer Haut sein kann – es ist besser, auf einem niedrigeren Level zu gewinnen, als auf einem höheren ständig zu verlieren.

Das Bemerkenswerteste am Live-Spiel im Gegensatz zum Internet-Spiel ist die Länge. Der Dealer muss die Karten mischen, manchmal die Chips zählen, und den Spielern bleibt mehr Zeit für ihre Entscheidungen, sodass Sie live weniger Runden spielen werden als online. Hier ist jetzt Ihre Geduld gefragt. Sie sollten sowieso nicht so viele Runden spielen – wenn Sie also live noch länger warten müssen, bitte schön! Ein großer Fehler, den die meisten Anfänger begehen, ist der, dass sie zu viele Runden mitspielen. Wenn Sie das tun, werden Sie sofort als Anfänger identifiziert und von erfahreneren Spielern ausgenommen. Es tut überhaupt nichts, wenn Sie bei Ihrem ersten Live-Spiel außer bei den absoluten Top-Starthänden immer passen. Okay, auf die Art werden Sie nicht gewinnen, aber Sie werden Stunden wertvoller Erfahrungen am Tisch sammeln, dir Ihnen das nächste Mal schon zugutekommen.

Vor allem aber: Spielen Sie nicht live, wenn es Ihnen keinen Spaß macht. Ihr Spiel wird nämlich von Ihrer Stimmung beeinflusst. Wenn Sie entspannt sind und Ihren Spaß haben, spielen Sie viel besser, aber wenn Ihnen das Ganze nicht zusagt, dann bleiben Sie beim Onlinespielen, wo Sie, wie ich hoffe, mittlerweile zu den Gewinnern gehören.

Und zu guter Letzt: Lernen Sie aus Ihren Fehlern. Wenn Sie nach Hause kommen, versuchen Sie sich an so viele Hände wie möglich zu erinnern, und analysieren Sie, wie Sie sie nächstes Mal anders spielen könnten. Es ist schwieriger, sich bei einem Live-Spiel Notizen zu machen – obwohl das auch geht, wie Greg Raymer bewies, als er auf dem Weg zu seinem Sieg bei den WSOP 2004 war.

Online spielen, um einem Platz bei Prestigeträchtigen Live-Turnieren zu bekommen
Einer der großen Vorteile beim Onlinepoker ist der, dass Sie die Möglichkeit haben, einen Platz bei großen Veranstaltungen wie der European Poker Tour, der World Poker Tour und natürlich der World Series of Poker zu gewinnen. Buy- In, Flüge, Unterbringung und oft sogar noch ein wenig Taschengeld sind dabei inklusive. Es gibt buchstäblich Tau-sende von kleineren Satellitenturnieren, an denen Sie gegen eine kleine Gebühr teilnehmen können und über die Sie dann Zugang zu den größeren erlangen, daneben Free- rolls – gebührenfreie Satellitenturniere – sowie Turniere, bei denen Sie die Gebühr mit Ihren Vielspieler-Punkten begleichen können.

Bei PokerStars zum Beispiel können Sie versuchen, sich für einen Platz bei einem der größeren Turniere zu qualifizieren, besonders für das Großereignis der WSOP und die ganzen EPT-Wettkämpfe, die von dieser Seite gesponsert werden. Deswegen treffen Sie auf diesen Turnieren auch so viele Internetspieler, von denen wohl keiner die hohen Buy-Ins selbst hingeblättert hat.

Vielmehr sind sie kostenlos oder für ein paar Dollar dort hingekommen, indem sie vorher ein paar Satellitenturniere gewonnen haben Chris Moneymaker hat bekanntermaßen die World Series of Poker 2003 gewonnen, nachdem er sich einzig über PokerStars qualifiziert hatte, für ein paar Dollar! Seinem Erfolg ist die explosionsartige Entwicklung des Internetpoker zuzuschreiben, denn jeder dachte: Also, wenn das ein amerikanischer Buchhalter so einfach schaffen kann, dann kann ich das auch! Ein Jahr später gewann der Patentanwalt Greg Raymer den Titel, der sich ebenfalls über PokerStars qualifiziert hatte. Natürlich werden die meisten nicht so viel Glück haben, obwohl die Seite anstrebt, bis zu IS Prozent der Spieler bei den großen Turnieren zu stellen.

Live-Tells
Es gibt viel mehr Teils beim Live-Poker als online, weil Sie unendlich viele physische und psychologische Indikatoren haben, nach denen Sie Ausschau halten können. Ebenso siecht es beim Wettverhalten aus. In der Tat ist dieses Thema so komplex, dass man schon ganze Bücher über Poker- Tells geschrieben hat. Aber ich beschränke mich auf das Einfachste und führe Ihnen unten die zehn gängigsten Tells auf. Und denken Sie immer daran: Schauen Sie nicht nur die anderen Spieler an, achten Sie auch darauf, dass Nie selbst nicht zu leicht durchschaut werden! Ein Spiel in Im eigenen vier Wänden eignet sich am besten, um die Tells zu beobachten, denn normalerweise spielen Sie ja gegen unerfahrene Spieler.

1. Beobachten Sie die Augen
Deswegen tragen viele Profis Sonnenbrille, eine Schirmmütze oder ein Baseballkäppi beim Spiel: Sie wissen nämlich, dass die Augen selten lügen.

Viele Spieler können es zum Beispiel einfach nicht lassen, eine tolle Starthand lange anzugucken. Durch die Länge dieser Zeitspanne haben sie sich schon verraten. Ein Spieler in hinterer Position, der den Pot stehlen will, schaut vielleicht öfter nach links, um zu sehen, ob die restlichen Spieler schnell auf ihre Karten geblickt haben und eventuell aufgeben. Und andere Spieler könnten versuchen, Ihnen Fragen über Ihre Hand zu stellen, denn Sie wissen, dass die wenigsten Leute einem gerade in die Augen sehen können, wenn sie lügen.

2. Gesichtsausdruck
Viele Profis versuchen auch hier durch ein Käppi oder gesenkte Blicke ihr gesamtes Gesicht zu verbergen. Damit wollen sie das klassische Blickduell vermeiden, für das Pokerprofis so berühmt sind. Vielleicht suchen sie in Ihrem Gesicht nach Anzeichen von Nervosität (was auf eine schlechte Hand hindeuten würde) oder vielleicht sogar nach charakteristischen Bewegungen, etwa einem Zusammenzucken. Wenn Sie schlechte Karten haben, können Sie recht unglücklich aussehen, wenn Sie gute haben, strahlen Sie vielleicht mehr Selbstvertrauen aus.

3. Schwach ist stark und stark ist schwach
Das gilt – in seiner schlichtesten Ausprägung – gewöhnlich für Anfänger, aber oftmals auch für Profis. Spieler schauspielern gerne auch einmal, und wenn sie eine Monster- h.md haben, versuchen sie, besonders desinteressiert auszusehen. Dann sagen sie solche Dinge wie: Oh, bin ich schon dran?, oder: Ach, ich glaube, die kann ich schon spielen. Ein Spieler, der seine Stimme hebt, wenn er um Im ganzen Betrag im Pot erhöht und sich einschüchternd geben will, blufft vielleicht nur.

4. Angst
Angst bekommen Leute normalerweise, wenn sie einer Konfrontation ins Auge sehen. Psychologen nennen das Im Light oder Flight-Reflex (Kampf oder Flucht), der noch aus unserer Höhlenmenschvergangenheit stammt. Körperliche Veränderungen gehen da vor sich: Die Mus- Irin spannen sich an, die Pupillen erweitern sich, der Herzschlag wird schneller, und die Kehle trocknet aus. Beim Poker sind die Leute für gewöhnlich zu einer Konfrontation bereit, wenn sie eine gute Hand haben, und dann zeigen sie meist ein paar von diesen Anzeichen. Eventuell können Sie dabei beobachten, wie sich ihr Brustkorb stärker dehnt oder dir Stimme des Spielers etwas höher ist, wenn er etwas Mgt. Manche Top-Spieler sehen Ihnen auf die Vene an der Schläfe, um dort eventuell eine Veränderung des Blutdrucks zu erspähen. Bei einem Bluff kann ein Spieler ebenfalls Angst zeigen, aber wenn er weiß, dass er aufgibt, wenn nochmals erhöht wird (also keine Konfrontation bis zum Schluss droht), dann kann er auch ganz entspannt wirken.

5. Zitternde Hände
Hüten Sie sich vor einem Spieler, dessen Hände zittern – seine Nervosität kann auf eine großartige Hand hindeuten.

6. Blick auf die Chips
Wenn ein Spieler seine Karten ansieht und eine gute Start-hand entdeckt, wirft er direkt anschließend häufig einen Blick auf seine Chips. Dieser Blick signalisiert, dass er bereit ist, zu seinen Chips zu greifen und zum Angriff über-zugehen. Wenn Sie das sehen und in der Wettrunde als Erster dran sind, seien Sie vorsichtig. Dieselbe Regel gilt nach dem Flop, Turn und River, wenn der Spieler über die Gemeinschaftskarten etwas Passendes dazubekommen hat.

7. Erneuter Blick auf die Starthand beim Flop
Manche Spieler werfen noch einmal einen Blick auf ihre Starthand, wenn z. B. auf dem Tisch ein potenzieller Flush Draw liegt. Meistens sieht der Spieler dann noch einmal nach, ob eine seiner Karten dazu passt, denn er erinnert sich nur, dass die beiden Karten von verschiedener Farbe waren. Wenn Sie also glauben, dass Sie gerade die beste Hand haben, aber befürchten, dass jemand schon den Flush komplettiert haben könnte, dann hat derjenige das wahrscheinlich nicht, wenn er noch einmal einen Blick auf seine Hand wirft.

8. Berechenbares Wettverhalten
Normalerweise bekommt man die verräterischsten Teils, indem man die Wettgewohnheiten eines Spielers in besonderen Situationen beobachtet. Wenn der Spieler z. B. immer schiebt, wenn er die Nuts hat, oder wenn er regelmäßig aufgibt, wenn nach ihm jemand nochmals erhöht.

9. Körperhaltung
Manche Spieler zeigen deutliche Änderungen in ihrer Körperhaltung, je nachdem, welche Hand sie haben. So können Sie z. B. bemerken, dass manche die Schultern herabsacken lassen, wenn sie wenig Selbstvertrauen haben (also schwache Karten). Wenn sie hingegen eine starke Hand haben. sind sie sehr aufmerksam und halten sich aufrecht. Sie werden vielleicht auch feststellen, dass ein Spieler, der viel blufft, sich gerne nach vorne lehnt, als wolle er in Angriffsstellung gehen. Denken Sie immer daran: Stark ist schwach!

10. Das Stapeln der Chips
Wenn Sie sich zum ersten Mal an einen Tisch setzen, beobachten Sie genau, wie die Spieler ihre Chips stapeln. Obwohl es sehr verallgemeinernd ist, kann man doch sagen, dass loose, aggressive Spieler meist schlampige Stapel bilden. während tighte, konservative Spieler ihre Chips fein säuberlich aufeinanderstapeln.

Dies ist nur ein grober Überblick über ein komplexes Thema Wenn Sie sich eingehender damit befassen wollen, lesen Sie doch eines der Bücher dazu, wie z. B. Mike Caros hervorragendes Buch Caro’s Book of Poker Teils (Cardoza Publishing, 2003; leider noch nicht auf Deutsch erhältlich).