Spielen mit vielen Chips ist auch nicht einfach – Pokerstrategien für fortgeschrittene

Sie haben einen ansehnlichen Chipvorrat? Gut gespielt! Aber was Sie damit anfangen, kann leicht darüber entscheiden, wie gut Sie letztendlich in einem Turnier oder einem Sit-and-go abschneiden. Spieler, die die meisten Chips am Tisch haben, lassen sich meist in zwei Kategorien einteilen: Entweder lehnen sie sich gemütlich zurück und spielen nur noch gute Hände, oder sie spielen mehr Starthände als normal und schüchtern Ihre Gegner dafür auch mal ein. Ich ziehe Letzteres vor. Wenn man so viele Chips hat, kann man es sich leisten, mehr Flops anzuschauen, in der Hoffnung, von dort noch eine passende Karte dazuzubekommen. Wenn Sie ein Top Pair oder etwas noch Besseres bekommen und ein Spieler mitgeht, dann können Sie den jetzt einschüchtern. Wenn die anderen nur noch wenige Chips haben, können Sie es auch wagen und All-In gehen, wo Sie sonst nur erhöhen würden.

Das kann zwei verschiedene Effekte haben: Zum einen könnten Sie die anderen damit abschrecken, denn sie wollen wohl kaum alle Chips in einer Runde riskieren, daher überlassen sie Ihnen wahrscheinlich gleich den Pot. Zweitens sind sie vielleicht so knapp an Chips, dass sie mit dem Mut der Verzweiflung einfach mitgehen, ohne sicher zu sein, dass ihre Hand überhaupt gewinnen könnte. Eine überraschende Anzahl solcher Zusammenstöße können Sie für sich entscheiden, solange Sie dieses Manöver nicht durchführen, wenn Sie überhaupt nichts Ordentliches auf der Hand haben. Denn wenn Sie das einmal versuchen und dabei erwischt werden, ist Ihr Image dahin und die Spieler werden umso leichter bereit sein, auch mal All-In gegen Sie zu spielen, wenn Ihnen das nicht so recht ist.

Es ist ein schönes Gefühl, derjenige mit den meisten Chips am Tisch zu sein, aber wenn Sie diese Position verteidigen wollen, müssen Sie klug und zum richtigen Zeitpunkt auch aggressiv spielen. Wie gesagt, gehen Sie öfter mit, um öfter den Flop sehen zu können, aber lassen Sie sich weiterhin nicht in Versuchung führen, immer weiter mitzuspielen, wenn die Pot Odds es nicht rechtfertigen.

Manche Spieler lehnen sich einfach zurück und spielen nur noch die allerbesten Hände, wenn sie den größten Chipvorrat von allen haben. Diese Art Spieler bleibt wahrscheinlich im Turnier und gewinnt auch Geld, aber die Blinds werden seinen Vorrat mit der Zeit immer heftiger dezimieren. Früher oder später ist er nicht mehr der Strahlemann am Tisch, und dann muss er schwierige Entscheidungen treffen, um weiter mithalten zu können. Wahrscheinlich wird er im Laufe der Turniers immer tighter, weil er Angst hat, auf den letzten Drücker doch noch aus den Platzierungen rauszurutschen, für die Gewinne ausgehalt werden. Wenn Sie so einen Spieler sehen, der sich nur noch im Sessel zurücklehnt und keine Risiken mehr eingeht, machen Sie sich das zunutze und greifen Sie ihn an, nachdem Sie die anderen Spieler in dieser Runde zum Aussteigen gebracht haben.