Die Spontane Live-Wette – Angebote

Keine Frage: Es hat seinen Reiz, ein sportliches Ereignis auf dem Bildschirm zu verfolgen und sich spontan über Wetten ins Geschehen einzuschalten. Von den in Deutschland lizenzierten Wettanbietern haben sich dies vor allem die aus Österreich stammenden Branchengrößen bwin und Interwetten zu Nutze gemacht.
Spontanes Zugreifen ist gefragt, denn solange das jeweilige Ereignis noch läuft, werden die Wetter nicht nur ständig mit neuen Wettangeboten sondern auch mit neuen, stetig schwankenden Quoten konfrontiert. Bei den Themen freilich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Wer etwa ein Fußballspiel verfolgt, für den gehören Fragen wie diese längst zum Standard:
Welche Mannschaft bekommt den Anstoß?
Wer schießt das erste/nächste Tor?
Wie viele Elfmeter verhängt der Schiedsrichter?
Wie viele Spieler stellt der Schiedsrichter vom Platz?
Welches Team erhält die erste gelbe Karte?
Wann fällt das erste Tor?
■Auf welche Weise wird das nächste Tor erzielt?
■Welche Mannschaft bekommt den ersten Einwurf zugesprochen?
■Trifft Thomas Müller?

Ziemlich wahrscheinlich übrigens stößt der Wetter auf die eine oder andere Frage wie diese auch im Standardangebot der Buchmacher. Doch richtig Bewegung in die Umsätze der Wettanbieter bringen sie erst, wenn der spannende Live-Aspekt ins Spiel kommt. Daran können auch die meist weit strengeren Maximaleinsätze nichts ändern.
Doch bei allem „Jagdfieber“, das sich beim Live-Einsatz rund um ein Sportereignis entwickeln mag, sei einmal mehr strenge Selbstkontrolle empfohlen denn was bei Wetten im Allgemeinen gilt, das gilt bei den Live-Wetten ganz besonders: Sicher ist nur, dass nichts sicher ist. Kaum eine Wettart ist so vom Zufall abhängig, wie die Live-Wette.
Der Autor dieser Zeilen etwa versuchte sich 2005 einmal an einem Live-Ausflug in den Radsport. Bei der Königsetappe der Deutschland- Tour hatten sich insgesamt sechs Fahrer auf dem langen Schlussanstieg zum in Österreich gelegenen Rettenbach-Ferner davon gemacht. Und weil die Quoten so günstig erschienen, deckte der Autor fünf dieser sechs Kontrahenten über zumindest eine Live-Wette so ab, dass ein Erfolg zumindest alle Einsätze wieder eingespielt hätte. Fünf aus sechs – keine schlechten Aussichten eigentlich. Zumal der einzig unberücksichtigte Athlet Levi Leipheimer gemeinsam mit seinem österreichischen Teamkollegen Georg Totschnig den Sprung in die Fluchtgruppe geschafft hatte. Und dem Lokalmatadoren würde der Amerikaner den Sieg doch nicht wegschnappen können, oder? Sie ahnen es: Natürlich hetzte US-Boy Leipheimer auf dem letzten Kilometer davon, legte mit seinem Etappensieg die Grundlage für den Gesamtsieg und machte das schöne Wettkonstrukt zunichte. Pech? Schnöde verkalkuliert? Einerlei. Das Beispiel zeigt: Vor bösen Überraschungen ist man auch mit viel Berechnung nicht gefeit.