An unterbesetzten Tischen Stud, Holdem und Omaha spielen – hilfreiche Information

Sie müssen also Ihre Spielweise verändern, mehr Risiken eingehen, gegensätzlich zu Ihren Gegnern spielen; und nun? Um in den großen drei Spiel Varianten -Seven-Card Stud, Holdem und Omaha – mit wenigen Teilnehmern erfolgreich zu sein, schlagen Sie den folgenden Weg ein.

Ein Blick auf Seven-Card Stud
Seven-Card Stud ist nicht so kompliziert wie Holdem oder Omaha, denn die Karten tröpfeln eine nach der anderen auf den Tisch. Um short-handed zu gewinnen, schlagen wir vor, Sie spielen auch die Substandard-Karten, die man an einem vollen Tisch wegwerfen würde. An einem vollen Tisch würde man nur mit einem Paar bei den Startkarten spielen, doch ein Blatt wie A-K-10 könnte in unterbesetzter Runde durchaus spielbar sein, weil bei weniger Gegnern die Gefahr besserer Blätter geringer ist. Sie müssen immer erhöhen, wenn vor Ihnen jemand eröffnen musste, denn niemand soll seine späteren Karten preiswert sehen. Immer wenn Sie denken, ein besseres Blatt als die anderen zu haben, bringen Sie einen Einsatz ins Spiel. Geschoben wird unter diesen Bedingungen nicht, auch nicht mit Superkarten, beim Versuch eines Checkraise.

Wann stehen die Chancen gegen Sie?
Sie spielen Seven-Card Stud mit festen Limits. Aktuell sind es 15/30. Nur zwei Spieler mit annähernd gleichen Chipständen schielen auf den Pot, Sie und Mr. Drilling. Mr. Drilling zeigt 8♣ 8♥ 10♦ K♣. Sie haben As 3s verdeckt und zeigen 7♠ 9♠ Q♦ 10♥. Flushmöglichkeit. Das Setzverhalten und der Spielstil von Mr. Drilling lässt Sie bei ihm zwei Paare oder einen Drilling vermuten. Im Pot sind 30. Mr. Drilling hat gerade 30 nach seiner sechsten Karte gesetzt, Sie müssen mitgehen, um die letzte Karte zu bekommen. Die Chancen, eine weitere Pik-Karte zu bekommen, sind 9:42 oder etwa 4:1 gegen Sie. Wenn Sie hier mitgehen, verlieren Sie in vier von fünf Fällen je 30 und in einem von fünf Fällen gewinnen Sie 60. Mathematisch betrachtet ist der Verlust von 120 verglichen mit dem Gewinn von 60 eine schlechte Entscheidung (wenn Sie sich mit Potquoten nicht auskennen, studieren Sie ein Grundlagenwerk wie in unserem Poker-Ratgeber). Sie brauchen die Einsätze auf dem Tisch, weil Sie bei jeder Gelegenheit Chips ansammeln müssen. Im Stud gibt es kein No Limit, nur festes Limit, deswegen dürfen Sie mit einem Gewinnerblatt nicht zurückgelehnt warten. Sie müssen den maximalen Wert aus den Karten herausholen. An unterbesetzten Tischen stimmen die Potquoten für spekulative Blätter oft nicht. Straßen- und Flushansätze verlieren deswegen oft an Wert.

Holdem und Omaha angehen
Wir packen Holdem und Omaha in eine Gruppe, weil die Spieldynamik im Grunde gleich ist. Man bekommt Handkarten und setzt, es gibt einen Flop und man setzt, der Turn wird aufgedeckt, man setzt, zum Schluss falls die Riverkarte und man setzt. Weil Holdem und Omaha mit No Limit bzw. Pot Limit gespielt werden, ist das Spiel deutlich anders als Seven-Card Stud – ein Einsatz oder einmal falsch mitgehen und man könnte aus dem Turnier (und den Geldrängen) raus sein.

Vor dem Flop agieren
Bei fünf Spielern und etwa gleichem Chipstand sollten Sie vor dem Flop Folgendes beachten:
– Überlegen Sie, ob Sie weniger dominante Blätter als an einem vollen Tisch spielen sollten. Weil die Spielerzahl sich vermindert hat, gibt es weniger Chancen für ein starkes Blatt, und im Durchschnitt brauchen Sie auch nur weniger starke Blätter, um zu gewinnen. Wenn Sie an einem vollen Tisch Karten wie A-10 aus mittlerer Position spielen, wird K-9 jetzt durchaus spielbar. Wenn nur noch drei Spieler da sind, können Sie noch eine Stufe niedriger, also Q-8 spielen.
– Wenn Sie nicht weniger Chips als die anderen am Tisch haben, sollten Sie den Big Blind immer erhöhen, wenn Sie als Erster agieren müssen. Der Big Blind sollte niemals einen Gratisblick auf den Flop werfen können. Auf die Art können Sie den einen oder anderen Blind stehlen.

– Wenn vor Ihnen alle nur mitgehen, sollten Sie:
– im Holdem immer erhöhen, wenn Sie ein Ass (mit beliebiger Beikarte) oder Paare von Q-Q bis zu A-A halten. Im Omaha mit einem Paar Damen oder besser, vier Karten Bube oder besser oder ein Ass mit gleichfarbiger Beikarte und einem andersfarbigen König (z.B. A♥ 7♥ K♦ 10 ) sollten Sie immer erhöhen. In beiden Fällen sollten Sie dem Tisch die Dominanz Ihres Blattes zeigen und ein Gefühl dafür bekommen, was die anderen spielen.
– Selbst mitgehen, wenn Sie ein Blatt haben, mit dem Sie aus der gleichen Position an einem vollen Tisch spielen würden (J-Q aus mittlerer Position bei Holdem, A-J-J-10 bei Omaha zum Beispiel)
– Wenn jemand vor Ihnen die Blinds erhöht, sollten Sie nur mitgehen, wenn Sie ein Blatt haben, das Sie auch an einem vollbesetzten Tisch mit weniger aktiven Leuten spielen würden. Und nur, wenn Sie zumindest einen durchschnittlichen Chipstand haben. An diesem Punkt in einem Turnier sollten Sie nicht davor zurückscheuen, auch mal eine marginale Hand abzuwerfen, besonders wenn es in der Zeit vor dem Flop ungewöhnlich viel Aktion gegeben hat. Vielleicht ist.es schwer, in der Hitze des Gefechts daran zu denken, aber es gilt ja, ins Geld zu kommen und vielleicht das Turnier zu gewinnen, und nicht darum, jedes Spiel zu gewinnen. Konzentrieren Sie sich auf die dicken Pötte, nicht auf jeden Pot.
– In allen anderen Fällen aussteigen. Sie sollten nicht zu stur an grenzwertigen Karten kleben, sondern mit guten Blättern maximal gewinnen und die unvermeidlichen Verluste minimieren.

Wenn Sie No Limit Holdem (oder Pot Limit Omaha bei hinreichender Potgröße) spielen und nur noch wenige Spieler im Rennen sind, bedeutet das erneute Erhöhen eines Einsatzes vor dem Flop nichts anderes als: Jetzt setz mich schon all in, Mann! Sie können sich Ihre eigenen Regeln ableiten, aber wir empfehlen eine erneute Erhöhung vor dem Flop nur mit Q-Q, K-K, A-A oder A-K. Wenn der Gegner Sie dann all in erhöht, sollten Sie mit jedem dieser Paare mitgehen. Werfen Sie eine Münze, um sich bei A-K zu entscheiden (und schicken Sie ein Stoßgehet zum Himmel, wenn Sie mitgehen) nachdem Sie das frühere Setzverhalten des Gegners berücksichtigt haben (ein Blick in Ihre Spielernotizen, kann ebenfalls helfen), denn Sie könnten sich in der klassischen 50:50-Situation befinden: ein Paar gegen zwei höhere Karten. Wenn Sie aufgrund von früheren Erfahrungen sicher sind, dass der Gegner K-K oder A-A hat, dann klicken Sie mit doppelter Geschwindigkeit auf den Aussteigen-Button. Und – wie immer – wenn Sie glauben, ein besserer Spieler als der Gegner zu sein, riskieren Sie nicht alles auf die 50:50-Chance. Zwingen Sie ihn anders aus dem Turnier.

Wie man mit den Blinds umgeht
Wenn das Turnier in die short-handed-Phase kommt, müssen Sie stärker auf Ihre Blinds achten. Weil weniger Spieler da sind, rotiert der Dealerbutton viel schneller, und Ihre Zahl an Blinds pro Minute nimmt zu. Wenn die Chipstände etwa gleich sind, sollten Sie Ihre Blinds nicht vor einem Spieler über-behüten, den Sie als Dieb verdächtigen, besonders wenn Sie mit Ihrem Blatt in einer normalen Situation eh’ nicht spielen würden. Sie wären erstaunt über die Anzahl an Fällen, in denen der Gegner tatsächlich ein starkes Blatt hat (denken Sie dran, auch die anderen wollen nicht, dass Sie im Blind die nächsten Karten gratis sehen). Und in einem No Limit-Turnier wollen Sie natürlich keine unangenehme Überraschung erleben. Achten Sie auf jeden, den Sie für einen gewohnheitsmäßigen Blind-Dieb halten. Wenn jemand wiederholt aus hinterer Position zu stehlen versucht, feuern Sie brutal zurück, sobald Sie eine gute Hand haben (über chronische Blind-Stehler sollten Sie eine Notiz machen, dann müssen Sie beim nächsten Mal nicht raten, was los ist).

Das Umgekehrte trifft ebenfalls zu, wenn Sie aus einer hinteren Position spielen. Bei gleichem Chipstand sollten Sie nicht ständig Blinds aus der Dealerposition zu stehlen versuchen. Viele Leute wollen ihre blinden Einsätze verteidigen, und wenn der Flop nicht zu Ihren Karten passt, sind Sie der Gnade irgendwelcher teuflischen Bietmanöver Ihrer Gegner ausgesetzt. Warten Sie einfach auf das nächste Blatt, und Sie werden bessere Karten bekommen. Wenn Sie gerne stehlen, funktioniert das vielleicht besser aus der Position vor dem Dealer. Zwar müssen Sie einen Spieler mehr zum Aufgeben bringen, aber die anderen werden denken, Sie hätten ein stärkeres Blatt. Aber nicht übertreiben. Sonst kommen Ihnen die anderen auf die Schliche und werden auf Sie losgehen.

Sie sind im Small Blind
Wenn am short-handed-Tisch alle vor Ihnen im Small Blind ausgestiegen sind, sollten Sie:
– mitgehen, wenn Sie bei Holdem gleichfarbige verbundene Karten (6-7) halten. Bei Omaha
mit beliebigen Karten mitgehen, weil die Möglichkeiten zum Kaufen so groß sind.
– Bei Holdem erhöhen Sie mit folgenden Karten:
– Jedes Handpaar
– Beliebige Karten 8 oder besser
– Beliebige gleichfarbige verbundene Karten (3♦,4♦). Sie müssen wissen, dass eine Erhöhung in dieser Situation einem Semibluff entspräche (noch haben Sie kein gutes Blatt, doch die Hand ist ausbaufähig). Wenn eine Erhöhung Ihnen zu aggressiv erscheint oder Ihr Chipstand es nicht zulässt, gehen Sie nur mit.
– Bei allen anderen Blättern sollten Sie ernsthaft ans Aussteigen denken. Marginale Blätter zu spielen, ist eh keine gute Idee, und wenn Sie aussteigen, bekommt der Spieler links von Ihnen mehr Respekt, wenn Sie spielen, weil er weiß, Sie sind nicht zu stur, manche Hände abzuwerfen.

– Bei Omaha erhöhen Sie mit
– vier Karten S oder besser.
– einem Paar 10 oder besser.
– jedem Ass und gleichfarbiger Beikarte.
– einem doppelt gleichfarbigen Blatt (10♣ 6♣ K♠ 2♠).
– Mit allem anderen gehen Sie mit. Omaha ist so variabel, dass jede Hand nach dem Flop
gut werden kann. Der halbe Einsatz (aus denn Small Blind) ist es wert, investiert zu werden.

Sie sind im Big Blind
Wenn Sie im Big Blind mit einer Erhöhung (nicht mehr als der dreifache Big Blind) konfrontiert werden, gehen Sie mit. wenn Sie ein Blatt haben, das Sie aus mittlerer Position an einem vollbesetzten Tisch spielen würden (Q-J bei Holdem A♠ 10♠ J♦ 9♦ bei Omaha). Wenn die Erhöhung von Small Blind kommt, gehen Sie mit allen Blättern mit. die wir im vorigen Abschnitt für den Small Blind aufgeführt haben. Seien Sie aber bereit, jedes Blatt sofort abzuwerfen. das bei Holdem kein Paar mit dem Flop bildet oder bei Omaha nicht großartiges Entwicklungspotenzial (Flush- oder StraightmögIichkeit) zeigt. Wenn niemand erhöht hat. sollten Sie nur mitgehen und nur mit einem sehr starken Blatt erhöhen oder wenn Sie glauben, ein anderer Spieler versucht, preiswert den Flop zu sehen. Die zugrundeliegende Idee ist in beiden Fällen, dass Sie schwächere Blätter bestrafen, wenn Sie versuchen, preiswert zu spielen.